Skispringen Die Erfolgsfaktoren des Kamil Stoch bei der Vierschanzentournee

Einer, der weiß, wie es geht: Kamil Stoch.
Einer, der weiß, wie es geht: Kamil Stoch. © Foto: afp
Manuela Harant 03.01.2018

Es klingt, als müsse Kamil Stoch nicht gewinnen, um glücklich zu sein: „Nach jedem Sprung sollten wir lächeln, auch wenn es nicht beste war. Denn wir betreiben den schönsten Sport auf der Welt.“ Vielleicht ist es diese Liebe zum Skispringen, die den polnischen Flugkünstler so erfolgreich macht.

Jedenfalls gibt sich der Führende der Vierschanzentournee zwischen Neujahrs- und Bergiselspringen genauso bescheiden wie im vergangenen Jahr, als er vor dem Österreicher Stefan Kraft den Goldenen Adler gewann. Von Stoch (563,1 Punkte) gibt es auch auf Nachfrage nur zurückhaltende Aussagen zum Zweikampf mit Verfolger Richard Freitag (551,3): „Das ist ein enger Wettkampf auf allerhöchstem Niveau. Ich konzentriere mich nur auf mich selbst und meinen nächsen Sprung“, sagt der 30-Jährige aus Zakopane. Die Bewunderung kommt eher von der Konkurrenz: „Kamil springt gerade sehr, sehr stark, da ist dann nicht viel Luft für kleine Fehler“, musste sich Freitag in Garmisch-Partenkirchen eingestehen.

Dabei blieb jedoch unberücksichtigt, dass Stoch bislang bei all seinen Sprüngen von den besseren Windbedingungen profitierte, während Freitag in dieser Hinsicht sowohl beim Auftakt in Oberstdorf als auch beim Neujahrsspringen zaubern musste. „Stoch hatte zweimal die besseren Verhältnisse,“ weist Bundestrainer Werner Schuster darauf hin, dass ein Teil des 11,8-Punkte-Vorsprungs auch auf äußere Umstände zurückzuführen ist. Schuster weiß aber auch, dass es für seinen Schützling im Duell der beiden erfahrenen Springer schwer wird: „Stoch ist ein gnadenloser Killer. Der hat bis auf die Skiflug-WM schon alles gewonnen, was man gewinnen kann. Das ist sein Vorteil.“

Wie Freitag, so hat auch Kamil Stoch ein starkes Team im Rücken, das zusätzlich Kraft geben kann. Weltcup-Dauerbrenner Dawid Kubacki holte in Oberstdorf sein erstes Podium, Stefan Hula, Maciej Kot und Piotr Zyla landen regelmäßig in den Top Ten. Der frühere deutsche Co-Trainer Stefan Horngacher hat aus der Skisprungnation Polen eine stabile Siegermannschaft gemacht. „Er hat ein tolles Team geschaffen“, sagt Stoch über den Österreicher.

Fokus liegt auf Regeneration

Vielleicht ist der Doppel-Olympiasieger von Sotschi auch deshalb so ruhig und bescheiden, weil er extrem fokussiert ist – jetzt auf das Bergiselspringen heute und morgen in Innsbruck (14 Uhr/ZDF und Eurosport). „Der Schlüssel zum Erfolg bei der Tournee ist die Regeneration: Je mehr Regeneration desto mehr Kraft hat man“, sagt Stoch. Er muss es wissen, denn er hat das Ding schon gewonnen. Und die Chancen stehen gut, dass er es wieder tut.