Budapest Der vorletzte weiße Fleck

Den Nürburgring-Fluch hat Sebastien Vettel vor drei Wochen besiegt. Jetzt nimmt er Ungarn in Angriff. Foto: dpa
Den Nürburgring-Fluch hat Sebastien Vettel vor drei Wochen besiegt. Jetzt nimmt er Ungarn in Angriff. Foto: dpa
Budapest / DPA 25.07.2013
Auf beinahe allen Rennstrecken im aktuellen Formel-1-Kalender hat Sebastian Vettel bereits gewonnen. Neben den USA fehlt nur noch Ungarn, wo er mit einem Sieg auch die WM-Führung ausbauen könnte.

Ungarn fehlt noch in Sebastian Vettels schon ziemlich kompletter Siegerliste. Bei seinem siebten Start auf dem Hungaroring hofft der Formel-1-Titelverteidiger, drei Wochen nach seinem ersten Heimtriumph auf dem Nürburgring auch diesen weißen Fleck auf seiner Grand-Prix-Landkarte tilgen zu können. "An Ungarn habe ich interessante Erinnerungen. Hier bestritt ich mein erstes Rennen mit der Red-Bull-Familie", sagte der dreifache Weltmeister vor dem zehnten Saisonlauf an diesem Wochenende. "Ich hoffe, ich kann meinen Erinnerungen meinen ersten Sieg hier hinzufügen, bevor ich in die Ferien gehe."

Vettels Bilanz auf dem kurvenreichen Berg-und-Tal-Kurs in Mogyoród rund 20 Kilometer nordöstlich von Budapest ist für seine Verhältnisse bescheiden. Als Dritter (2010) und Zweiter (2011) stand der 30-malige Sieger hier nur zweimal auf dem Podest. Im Vorjahr reichte es zu Rang vier. Bei seiner Premiere auf der 4,831 Kilometer langen Strecke im B-Rennstall Toro Rosso belegte der Jungspund 2007 Rang 16. Nach seinem Aufstieg ins A-Team musste Vettel seinen Red Bull zweimal wegen technischer Defekte (2008: Überhitzung, 2009: Aufhängung) vorzeitig abstellen.

Für den bislang einzigen Red-Bull-Erfolg auf dem Hungaroring sorgte Mark Webber. "Das ist ein guter Kurs für mich über all die Jahre", sagte der Australier. "Ich hab hier viele Punkte gesammelt, einschließlich meines Siegs 2010." Vettel will an diesem Sonntag (14 Uhr/RTL) nachziehen. "Wir greifen jedes Jahr an. Wir versuchen wieder ganz vorne reinzufahren", kündigte der 26 Jahre alte Rennfahrer aus Heppenheim volle Attacke an.

Aber selbst wenn es wieder nichts mit dem erhofften ersten Erfolg in Ungarn werden sollte, ist Vettels WM-Führung nicht in Gefahr. Nach neun von 19 Rennen liegt der Titelverteidiger mit 157 Punkten klar an der Spitze vor Fernando Alonso (123), Kimi Räikkönen (116) und Lewis Hamilton (99). Selbst bei einem Nuller geht der Red-Bull-Pilot als Gesamtführender in die Sommerpause.

Eines haben Vettels Widersacher im Titelrennen dem Dreifach-Weltmeister allerdings voraus: Sie haben alle auf dem Hungaroring gewonnen. Hamilton triumphierte hier vor seinem Wechsel zu Mercedes dreimal mit McLaren. Alonso und Räikkönen siegten je einmal. "Ich habe den Hungaroring immer genossen und da bis jetzt schon dreimal gewonnen", sagte Hamilton.

Der Dauerbrenner Reifen sorgt sicher wieder für Diskussionen. Pirelli liefert in Ungarn erstmals Reifen von 2012 mit aktuellen Gummimischungen und Laufflächen. Vettel ist vorsichtig: "Mal schauen, wie die 2012er-Reifen auf die Anforderungen mit den langen Kurven und den hohen Streckentemperaturen reagieren."

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel