Kommentar Wolfgang Scheerer über die strengeren Anti-Doping-Regeln Der richtige Schritt

Autorenfoto
Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / Wolfgang Scheerer 30.07.2018

Vier deutschen Sportlerinnen und Sportlern wurden bei der Leichtathletik-DM in Nürnberg nachträglich Medaillen überreicht, die sie längst hätten haben müssen. Der große Applaus des Publikums tat gut. Zugleich war es ein bitterer Moment: Erst Nachtests der Wettkampfproben enthüllten, dass die jeweiligen Konkurrenten bei WM oder EM gedopt hatten.

Diese Art Betrug wird nie auszuschließen sein. Die Regelverschärfung des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, die von „Hochrisiko-Ländern“ künftig drei unabhängige Trainingstests ihrer Teammitglieder verlangt, ist aber ein wichtiger Schritt. In schlechtem Ruf stehende Verbände werden klar benannt, ihnen wird mehr abverlangt, auch der Betreuerstab der Athleten wird unter die Lupe genommen, medizinische Unterlagen müssen jederzeit einsehbar sein.

Das alles soll im besten Fall verhindern, dass sich Athleten vor großen Titelkämpfen über lange Zeit unbehelligt mit verbotenen Mitteln in Medaillenform bringen können. Im Jahr der Weltmeisterschaft 2019 in Katar  mit der Neuregelung loszulegen ist absolut notwendig – auch mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Wie schwer gedopte Medaillengewinner direkt zu entlarven sind, zeigt der Fall des jetzt im Nachhinein geehrten deutschen Quartetts. Die Betrüger waren der Zeit voraus, die Testmethoden nicht reif genug. An diesem unseligen Wettlauf wird sich wohl so schnell nichts ändern.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel