Barcelona Deibler bleibt trotz des Drucks ganz entspannt

SID 27.07.2013

Vor seinem ersten WM-Start gönnte sich Steffen Deibler ein wenig Urlaubsstimmung. "Wir trainieren im Freibad, das passt mir gut. Da kann ich ein bisschen Sonne tanken", sagte der Kurzbahn-Weltrekordler. Der Olympiavierte gab sich ganz entspannt, als er vor den Beckenwettkämpfen in Barcelona über seine WM-Aussichten plauderte. Von großem Druck war nichts zu spüren. Dabei heißt es für die zuletzt arg gebeutelten deutschen Schwimmer: Steffen ist die größte WM-Hoffnung. Nicht Britta, sondern Deibler. Der Weltjahresbeste über 100 m Schmetterling hat die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 als Medaillenkandidat Nummer eins abgelöst. Erst recht, weil die 29-Jährige nicht auf ihrer Paradestrecke 50 m Freistil startet.

"Ich will zeigen, dass ich zu den Besten der Welt gehöre", sagte Deibler und betonte: "Ich will meine Zeit bestätigen, das müssen die anderen erstmal schwimmen." Seine dritte WM geht der 26-Jährige aus Hamburg mit großem Selbstbewusstsein an: Er ist der Mann, der schneller schwamm als Michael Phelps. Mit seinem deutschen Rekord von 51,19 Sekunden, den er im April bei der DM aufstellte, wäre er in London Olympiasieger geworden. Im WM-Starterfeld war nur der Pole Konrad Czerniak schneller. "Ich will zeigen, dass es keine Eintagsfliege war", sagte Deibler.

Sollte der gebürtige Schwabe, der morgen über 50 m Schmetterling und in der 4x100-m-Freistilstaffel in die WM startet, seine Zeit von Berlin wiederholen, dürfte es für eine Medaille reichen - möglicherweise die einzige für die deutschen Beckenschwimmer. Denn ohne Britta Steffen auf 50 m Freistil, der Strecke, auf der sie in London nur um sieben Hundertstelsekunden Bronze verpasste, sind die Kandidaten für Edelmetall rar. Die Weltrekordlerin fühlte sich anscheinend nicht stark genug, das Angebot von Daniela Schreiber anzunehmen und ihren Platz über 50 m einzunehmen. Eine Entscheidung, die viele Fragen aufwarf.