Fechten Degenfechter Constantin Böhm will nach Rio

Ulm / FAU/EB 28.01.2015
Sein großes Ziel: Olympische Spiele. Die Vorbereitung des Ulmer Degenfechters Constantin Böhm, 23, für Rio 2016 ist im Plan. Auf dem Weg erhält der junge Leistungssportler vom SSV 46 viel Unterstützung.

Der große Traum von Degenfechter Constantin Böhm (SSV Ulm 1846) ist die Teilnahme am Olympiaturnier in Brasilien 2016. Und auch Dieter Lehmann, sein Mentor (und Ex-Abteilungsleiter der Ulmer Fechter) ist überzeugt: "Consti hat das Zeug, dass nach unseren Ulmer Fecht-Ikonen Sepp Uhlmann und Eugen Geiwitz 1936 in Berlin nun in Rio wieder ein Ulmer Fechter bei Olympia dabei ist."

Böhm hat gerade an der Uni Stuttgart erfolgreich seinen Bachelor in Maschinenbau abgelegt und konzentriert sich jetzt nicht auf seinen Master, sondern voll auf seine Sportkarriere. Dafür ist er auf den internationalen Fechtplanchen unterwegs auf der Jagd nach notwendigen Weltcuppunkten. Zwischen den Turnieren schaute er jetzt bei einem seiner Förderer, der Fernwärme Ulm (FUG) vorbei, die ihn bei seiner ehrgeizigen Mission unterstützen.

"Auf dem Weg nach Rio braucht es nicht nur den Trainingsfleiß und das Talent von Böhm, sondern auch zusätzliches Geld zum Beispiel für die Reisen zu den Weltcup-Turnieren in Übersee. Da wollen wir helfen", sagt Karl Zepf, Marketing- und Vertriebsleiter der FUG anlässlich der Übergabe eines Schecks in Höhe von 2000 Euro.

Die Unterstützung hilft Böhm den großen finanziellen Aufwand einer Olympia-Vorbereitung zu stemmen, die durch die Unterstützung der Deutschen Sporthilfe allein nicht zu leisten wäre. Mitte Februar steht das Weltcup-Turnier in Vancouver im Westen Kanadas an. Die Unterstützung hilft nun beispielsweise auch die Kosten für einen Mentaltrainer in Ulm zu finanzieren, mit dem Böhm zusätzlich arbeitet und der von der Sportmedizin an der Universität Ulm vermittelt wurde. Die Uni betreut den Leistungssportler medizinisch. Gerade belegte Böhm beim höchstklassigen Weltcup-Turnier in Heidenheim einen 55. Platz unter 275 Teilnehmern. Diese Platzierung beim "Wimbledon der Fechter" bringt ihn aktuell auf den vierten Platz der deutschen Degenrangliste. Er rangiert damit nur noch einen Platz hinter Jörg Fiedler, dem wohl derzeit bekanntesten deutschen Degenfechter. "Meine Entscheidung im Studium zu pausieren ist daher eine richtige, um im Sport voranzukommen", sagt Böhm. Er trainiert wöchentlich im Olympiazentrum Tauberbischofsheim in der Sechs- Mann-Trainingsgruppe des Franzosen Didier Ollagnan, dem deutschen Degennationaltrainer.

Diesen Sportlern schenkt der Franzose derzeit seine größte Aufmerksamkeit und sein Vertrauen für Rio. Für Olympia werden vier Fechter nominiert, die dann auch im Teamwettbewerb starten.

Böhms Chancen stehen also nicht schlecht - und er kann einige Erfolge vorweisen. In dieser Saison gewann er das Aktiven-Turnier in Frankfurt, bei dem unter den über 160 Startern die gesamte deutsche Elite am Start war. Bei den diesjährigen deutschen Degenmeisterschaften in Solingen wurde er Fünfter. Seine bisher größten Erfolge feierte der 23-Jährige bei der U-23-EM: Er wurde Zweiter mit der Mannschaft und Dritter im Einzel.

Die Ziele für 2015 sind, sich für die Europameisterschaft der Aktiven Anfang Juni in Montreux und schließlich für die WM Mitte Juli in Moskau zu qualifizieren. Sollte das nicht gelingen, wäre die Trostrunde immerhin ein Start im Juli bei der Universiade in Gwangju/Südkorea. Denn Constantin Böhm ist auch deutscher Studentenmeister.

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