Von Neuansetzungen über Krisensitzungen bis zum Geisterspiel: Die Ausbreitung des Coronavirus stellt den Sport vor eine neue Herausforderung – auch in der Region. Ein Überblick.

Eishockey Bei 2000 erwarteten Zuschauern im entscheidenden Spiel um den Bayernliga-Aufstieg zwischen ESC Kempten und VfE Ulm/Neu-Ulm ist klar, dass die Partie in diesem Rahmen nicht stattfinden kann. Schließlich hat die bayerische Landesregierung Veranstaltungen ab 1000 Zuschauern untersagt. Ob und vor wie vielen Fans das Derby am Freitag ausgetragen wird, ist offen. VfE-Geschäfsführer Patrick Meißner erwartet am Mittwoch die Entscheidung.

Basketball Am Donnerstag wird die Basketball-Bundesliga tagen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Eine Option werden Geisterspiele sein. Ratiopharm Ulm ist durch die Arena ebenfalls von der Entscheidung der bayerischen Landesregierung betroffen, dass Veranstaltungen über 1000 Zuschauer untersagt sind. Die Hamburg Towers planen indessen, ihr Heimspiel am Sonntag gegen Ulm vor Fans auszutragen. Allerdings muss auch der Aufsteiger abwarten, was die Liga am Donnerstag beschließt.

Fußball Das Regionalliga-Spiel des SSV Ulm 1846 Fußball gegen den FSV Frankfurt soll am Samstag wie geplant im Donaustadion stattfinden. „Wir haben uns darüber mit Gesundheitsamt sowie Stadt Ulm abgestimmt“, sagte Vereinspräsident Anton Gugelfuß: „Wir gehen davon aus, dass wir den Zuschauerschnitt ohnehin nicht erreichen und im weiten Rund des Donaustadions so eine Veranstaltung durchziehen können.“ Durchschnittlich 1323 Besucher besuchten diese Saison die Spatzen. Derweil wurde das witterungsbedingt abgesagte Spiel bei RW Koblenz auf Dienstag, 24. März (18 Uhr), neu angesetzt. Im Fußballbezirk können Spiele virusbedingt nur abgesagt werden, wenn es in einem Verein einen bestätigten Fall gebe. „Ohne Nachweis können wir das nicht machen, sonst ist die Gefahr des Missbrauchs gegeben“, sagte Bezirksvorsitzender Manfred Merkle. Einen nachgewiesenen Fall gab es bisher nur beim FC Burlafingen.

Handball  Der einzige Verein im Handballbezirk, der in dieser Saison an der 1000-Zuschauer-Marke gekratzt hat, ist Drittligist TSV Blaustein. Dessen Heimspiel gegen Horkheim soll am Samstag wie geplant stattfinden. TSV-Abteilungsleiter Joachim Gerstlauer will sich am Mittwoch noch einmal rückversichern: „Letztlich obliegt es der Stadt, diese Entscheidung zu treffen.“