München Contadors Dopingsperre verletzt Spanien

SID 08.02.2012

Nach der Strafe für Alberto Contador schlagen die Wellen weiter hoch. Vor allem in seiner Heimat Spanien ist die Entrüstung über die Dopingsperre gegen den Nationalhelden groß. Fast alle sind sich einig, es fallen Worte wie skandalös, unglaublich, unerklärlich. Contadors Sperre verletzt den Stolz der Iberer bis ins Mark. Es ist die Reaktion eines Landes, das in jüngster Vergangenheit im Weltsport mehr große Erfolge gefeiert hat als jedes andere - und nun verdächtiger denn je ist, beim Thema Doping auf beiden Augen blind zu sein.

"Spanien ist bekannt dafür, eigene sportliche Erfolge abzuschotten. In Spanien wird gerne vertuscht", sagte Werner Franke. Der Heidelberger Dopingexperte ist daher von der Empörung auf der iberischen Halbinsel nicht überrascht. Von allen Seiten hatte Contador Zuspruch erhalten. Nicht nur ehemalige Radstars wie Miguel Indurain, Pedro Delgado oder Carlos Sastre ergriffen Partei, sondern auch Tennis-Superstar Rafael Nadal oder Basketball-Held Pau Gasol. "Die Contador-Nachricht ist unglaublich. Es gibt keinen endgültigen Beweis, und sie geben ihm die Höchststrafe. Das ist zum Heulen. Nur Mut Champion! Du hast meine Unterstützung!", twitterte Nadal. Der Unmut richtet sich deshalb auch gegen den Cas, weil dieser nicht exakt begründet hatte, auf welche Weise nun die Substanz Clenbuterol in den Körper Contadors kam.