DTM DTM: Wittmann als Champion mit eisernen Nerven

ws 17.10.2016

Marco Wittmann zeigte nach dem zweiten DTM-Titel seiner Karriere Größe und gratulierte dem unterlegenen Edoardo Mortara noch aus dem Auto heraus. Auf der Ehrenrunde setzte er seinen BMW neben den Audi-Fahrer und reckte den Daumen nach oben. „Wir haben großen Respekt voreinander“, sagte Wittmann, nachdem er über Funk schon lautstark gejubelt hatte. „Danke Jungs, unglaublich. Zum zweiten Mal Champion!“ Das schafften vor ihm nur vier andere Fahrer.

Mortara gewann das Rennen auf dem Hockenheimring gestern zwar, kam aber nur bis auf vier Punkte an Wittmann heran. Der Franke steuerte seinen BMW auf Platz vier und belohnte sich nach einer erneut bemerkenswert konstanten Saison mit dem zweiten DTM-Titel nach 2014. „Es war eine Wahnsinns-Saison“, sagte Wittmann glücklich. Mit der Kritik, dass der Titel wegen der vor der Saison gemachten Zugeständnisse einen Beigeschmack habe, konnte er nichts anfangen. BMW hatte in dieser Saison ein niedrigeres Ausgangsgewicht und einen breiteren Heckflügel als die Konkurrenz. „Ich fühle mich als verdienter Meister. Ich war der einzige BMW da vorne“, betonte er.

Hinter Mortara, dessen Wechsel zu Mercedes noch nicht offiziell bestätigt ist, kamen dessen künftige Markenkollegen Christian Vietoris und Paul Di Resta auf die Plätze zwei und drei und sorgten für ein versöhnliches Saisonende aus Stuttgarter Sicht. In der Herstellerwertung gewann Audi vor BMW und Mercedes. Der Italiener Mortara war vor allem traurig über die zu unrecht ausgesprochene Strafe in Zandvoort und die dadurch verpassten Punkte. „Mit diesen Punkten war es möglich. Es ist schade so“, sagte er. Die Gesamtwertung beendete Wittmann mit 206 Punkten vor Mortara (202). Jamie Green kam mit 145 Zählern auf Platz drei.

Am Start standen Wittmann und Mortara in Reihe drei direkt nebeneinander. Wittmann kam gut los, Mortara dagegen fiel noch vor der ersten Kurve zurück auf Rang acht. Mit maximaler Aggressivität arbeitete er sich aber sofort zurück auf Platz sechs und war nach drei Runden Vierter. Das Problem aus Sicht des Italieners: Wittmann war zu diesem Zeitpunkt bereits Dritter und hatte beste Aussichten auf seine zweite Meisterschaft. Mortara aber war nicht zu bremsen und übernahm nach sechs Runden die Führung.

Erst nach den Boxenstopps musste Wittmann kurz rechnen, weil Christian Vietoris, Paul Di Resta (beide Mercedes) und zunächst auch Tom Blomqvist (BMW) ihn überholten. Doch Wittmann ließ sich davon nicht verunsichern, überholte Blomqvist und steuerte auf Rang vier seinem zweiten Titel entgegen. dpa

Beeindruckende Bilanz des „Mister Zuverlässig“

Souverän Nur dreimal blieb Marco Wittmann 2016 ohne Punkte (inklusive Disqualifikation in Budapest). In drei Vierteln aller Rennen seiner DTM-Karriere kam er in die „Top Ten“, seine Quote für beendete Wettfahrten ist noch beeindruckender: rund 96 Prozent. So gut wie er kommt keiner seiner BMW-Kollegen mit dem vor drei Jahren eingeführten M4 zurecht. Fast immer war Wittmanns Auto der beste BMW des Renn-Wochenendes.