Es war ein Achter-Finale wie es spannender kaum geht. In einem Rennen auf Biegen und Brechen wurde den 3000 Zuschauern im italienischen Varese alles geboten, was ein hochklassiges Weltcup-Rennen ausmacht. Den Weltmeister aus Großbritannien und die Europameister aus Deutschland trennten die ganzen 2000 Meter über nie mehr als sieben Zehntel Sekunden.

Die Zwischenzeiten durchruderten Maximilian Reinelt und Co. immer knapp an erster Position. Den besseren Endspurt hatten allerdings die Briten zu bieten. Im Ziel lagen sie 35 Hundertstel vor den Deutschen. Eine knappe Länge dahinter ruderte das US-Team zu Bronze. Auf den weiteren Plätzen folgten Neuseeland, Polen und Deutschland 2. "Im Gegensatz zum Vorlauf ist es heute besser gelaufen", sagte ein Reinelt erschöpft. "Wir haben schon noch Potential nach oben, aber es wird verdammt eng dieses Jahr". Dass so eine knappe Niederlage schon mal zustande kommen kann, war der deutschen Crew durchaus bewusst. "Wir haben schon mit einem sehr knappen Rennverlauf gerechnet", so Reinelt, "ein Sieg wäre schöner gewesen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir es hier mit den besten Riemenruderern der Welt zu tun haben". Deshalb wurde den Briten fair gratuliert. "Nächstes Mal machen wir es wieder besser".

Einen rabenschwarzen Tag erwischten die Ulmer Ruderinnen, als es am Samstag um die Finalplätze ging. Sowohl dem Frauenachter mit Kerstin Hartmann als auch der leichte Doppelzweier mit Lena Müller und Anja Noske (Saarbrücken) fehlte auf den letzten 500 Metern das Stehvermögen. Dem Achter hätte im Hoffnungslauf der vierte Platz gereicht. Lange behaupteten die Deutschen hinter Großbritannien, Australien und China diese Position, allein die jungen Neuseeländerinnen hatten im Schlussviertel die besseren Reserven und ließen die Finalträume von Hartmann und Co. platzen. Maximale Enttäuschung im deutschen Boot: Es hagelte den siebten und damit letzten Platz bei diesem Weltcup.

Ähnlich auch der Rennverlauf im Halbfinale des leichten Doppelzweiers, wo die ersten drei Boote im Finale stehen. Während die Weltmeisterinnen aus Neuseeland vorne das Rennen kontrollierten, stritten sich China 2, Schweden und Deutschland 2 mit Lena Müller und Anja Noske auf drei Viertel der Strecke um die Plätze zwei und drei. Auf den letzten Metern konnten die Süddeutschen das hohe Tempo nicht mehr halten und landeten auf dem vierten Platz und damit im B-Finale. In dem hochklassigen Feld wäre das einigermaßen verschmerzbar. Einen herben Geschmack bekommt das Resultat von Müller und Noske deshalb, weil im anderen Halbfinale Deutschand1 mit Dräger (Rostock) und Sturm (Brandenburg) auf dem zweiten Platz landeten und damit ungefährdet ins Finale einzogen.

Im B-Finale am gestrigen Sonntag belegten die Süddeutschen hinter China1, Polen, Dänemark, der Schweiz und Italien1 den sechsten Rang, was in Gesamtabrechnung Platz zwölf bedeutet. Dem gegenüber steht die Bronzemedaille von Deutschland1. Eine WM-Teilnahme scheint für Müller und Noske nach diesem Wochenende kaum mehr möglich. Im Lauf der nächsten Woche entscheidet der Verband, ob die beiden beim World-Cup-Finale in drei Wochen in Luzern eine weitere Chance erhalten.