Nikki Adler hat am Samstag gegen Zane Brige aus Lettland den WBC-Titel im Boxen gewonnen. Nach zehn harten Runden im Ring lauteten die Wertungen einmal 98:92 und zweimal 97:93. Das eindeutige Punkteurteil für Adler spiegelte die klaren Treffer der deutschen Boxerin wider. Sie setzte immer wieder Akzente und erarbeitete sich so ihren Punktevorsprung. Mit diesem Sieg hat Adler nun die vier Titel WBC, WBF, WBU und WIBA.

„Es war wirklich ein harter Kampf“, sagte Adler. „Zane schlug sehr hart und machte viel Druck. Sie war wie erwartet eine sehr gefährliche Gegnerin bis zum Schluss.“ Headcoach Thomy Wiedemann aus dem Neu-Ulmer Mekong ist zufrieden mit seiner Boxerin: „Zane Brige hat versucht, mit schweren Crosshaken den Kampf vorzeitig zu beenden, aber durch Nikkis gute Beinarbeit und ihre vielen Bewegungen mit dem Oberkörper konnte sie den Kampf für sich entscheiden. Das haben wir immer wieder trainiert und das war der Schlüssel zum Erfolg.“

Der Kampf zwischen Adler und Brige war eine Premiere: der erste Frauenboxkampf in einem muslimischen Land. Der WM-Kampf in Grozny, Tschetschenien, fand unter höchsten Sicherheitsbedingungen statt, denn in der ersten Reihe saß der tschetschenische Präsident Ramsan Achmatowitsch Kadyrow. Im Publikum saß jedoch kaum eine Frau. In der Halle war es bis zur neunten Runde still, aber in der 10. Runde, im Finale, wurde es laut. Auch die männlichen Fans klatschten und zollten den Frauen Respekt. Nikki Adler sagte nach dem Kampf: „Es war toll, hier in diesem Land zu boxen! Diese Gastfreundschaft und vor allem die Anerkennung für meinen Sport berühren mich und tun gut. Ich habe alles gegeben: Für meinen Traum und für die Frauen in diesem Land.“