Biathlon Biathlon-Staffel mit kraftloser Vorstellung

Manuela Harant 13.01.2018

Weder Simon Schempp noch Benni Doll hatten noch Kraft, die verpatzte Generalprobe wegzulächeln. Nach dem vierten Platz der deutschen Biathlon-Staffel beim Weltcup in Ruhpolding bemühten sich die Hauptakteure vergeblich um Schönwetter-Stimmung. Denn nun geht es im Februar ohne gemeinschaftliches Erfolgserlebnis zu den Winterspielen in Pyeongchang, wo eine Staffel-Medaille eigentlich eingeplant ist.

Doch der Abstand zur Welt­spitze war bei der Olympia-­Generalprobe groß. Während sich der spätere Sieger Norwegen ein heißes Duell mit den starken Franzosen lieferte, war Deutschland trotz des perfekt schießenden Erik Lesser schon nach Läufer Nummer zwei außer Reichweite des Podiums. „Ich habe mich schwer getan, den hochkarätigen Leuten hinterherzukommen. Das habe ich dann mit in den Schießstand mitgenommen“, erklärte der Schwarzwälder Doll seine vier Nachlader. Arnd Peiffer musste zwar „nur“ zweimal nachladen, hatte aber auf der Strecke keine Körner mehr übrig. Als dann Simon Schempp beim Patzer der Italiener doch nochmal am Podest schnuppern durfte, leistete sich auch der Uhinger mit zwei Fehlern bei jeder Einlage ungewohnte Schwächen am Schießstand. Der Russe Anton Schipulin machte es besser, sicherte Rang drei, und Schempp kam mit fast eineinhalb Minuten Rückstand auf die Spitze als Vierter ins Ziel. „Wir brauchen mal wieder ein Aha-Erlebnis“, monierte der Uhinger, woran es aktuell mangelt.

Bundestrainer Mark Kirchner, betonte trotzdem, dass es nur an „zwei, drei kleinen Sachen“ fehlte, die man bis Februar in den Griff bekommen könne: „Das ist genügend Zeit, um sich zu erholen und in eine gute Form zu bringen.“