Biathlon Biathlet Doll: Medaille war Kindheitstraum

Benedikt Doll erhielt gestern seine Bronzemedaille.
Benedikt Doll erhielt gestern seine Bronzemedaille. © Foto: xxx
Manuela Harant 14.02.2018

Ziemlich überraschend ist Benedikt Doll von der Ski-Zunft Breitnau in der Verfolgung Bronze geholt. Im Interview ordnet der 27-Jährige die Medaille ein.

Herr Doll, was haben Sie die vergangenen Wochen gemacht, dass Sie ausgerechnet bei Olympia auf dem Podest stehen?

Benedikt Doll: Zuletzt war das Schießen immer so ein Problem, aber das wird jetzt richtig stabil. Diesmal konnte ich auch endlich mal beim letzten Schießen Nerven bewahren. Da hab ich sonst fast immer gepatzt.

Was haben Sie verändert?

Ich hab nix geändert. Ich hab nur immer trainiert und durch gute Erlebnisse im Wettkampf Selbstvertrauen bekommen. Von dem kann man zehren, vor allem bei solchen Rennen, bei denen es um Medaillen geht. Da habe ich einfach gewusst: Ok, du kannst schießen. Und das habe ich genutzt.

Was bedeutet Ihnen diese Medaille?

Sehr, sehr viel. Ich mache jetzt Biathlon seit 20 Jahren. Das ist natürlich der Kindheitstraum, dass man bei Olympia eine Medaille holt. Klar kann man es mit einer goldenen noch steigern, aber überhaupt eine zu holen, das ist schon ein großes Stück und da bin ich auch sehr stolz drauf.

Welche Erfahrungen haben Sie hier mit der Kälte gemacht?

Erst ist mir die linke Hand eingefroren, das geht immer noch, die brauch ich nicht so sehr. Die rechte Hand ist da kritischer. Ich hab ein paar Mal vor dem Schießen meinen Arm gekreiselt, weil die Hände doch sehr klamm wurden. Da geht sonst die Koordination irgendwann weg. Zum einen hat man keinen Gefühl mehr am Abzug. Zum anderen holpert der Ablauf, wenn man die Hand nicht mehr so bewegen kann, wie man möchte. Darum habe ich auch ein Heizpad in meinem Handschuh.

Was meinen Sie, was daheim jetzt los ist?

Es ist unfassbar schön, jetzt mit einer Medaille heimkommen zu können. Ich denke, es gibt wieder einen großen Empfang von der Ski-Zunft Breitnau und den umliegenden Gemeinen. Da freue ich mich jetzt schon drauf. Hier sind ja nicht so viele Zuschauer. Aber ich weiß, dass zu Hause mitgefiebert wird. Das ist das, was ein bisschen dafür entschädigt, dass hier nicht so eine tolle Stimmung ist. Ich weiß aber: Daheim kommt’s an.

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