Faustball Adelmannsfelden wird zum Faustball-Mekka

Bloß nicht aufprallen lassen: Faustball-Nationalspieler Fabian Sagstetter hechtet zum Ball.
Bloß nicht aufprallen lassen: Faustball-Nationalspieler Fabian Sagstetter hechtet zum Ball. © Foto: DFBL/Schönwandt
Adelmannsfelden / Von Helmut Banschbach 15.08.2018

Man fühlt sich unwillkürlich an das kleine gallische Dorf erinnert. Jenes, das sich einst der schieren Übermacht der Römer entgegenstellte. Mit Asterix und Obelisk an der Spitze, die gegen den Feind ins Felde zogen. Das kleine Dorf Adelmannsfelden im Nordwesten des Ostalbkreises plant natürlich keine kriegerische Auseinandersetzung, erwartet aber in knapp vier Wochen eine sportliche „Invasion“ aus dem In- und Ausland, das die 1750-Seelengemeinde einer ähnlich gewaltigen Belastungsprobe aussetzt wie anno dazumal die rauflustigen Gallier.

Einer hatte einen Traum und fand einen anderen, der diesen mit umzusetzen  verstand. Uwe Vogt und Hermann Bäuerle waren die beiden Vordenker, scherzhaft auch „Uwelisk“ und „Hermannix“ genannt. Schnell wurde ein Team aufgestellt, die Gemeinde stimmte dem Vorhaben auch zu. Jetzt  wollen die Beiden mit den 50 Faustballern und den übrigen 800 Mitgliedern des örtlichen Turn- und Sportvereins die Faustball- Europameisterschaft vom 24. bis 26. August 2018 im eigenen Ort stemmen. Und mit einem Gesamtbudget von 100 000 Euro zum Faustball-Mekka für drei Tage werden. Wie das?

Zwei Trainingslager

Der Traum von einer Faustball-EM begann eigentlich schon im Jahre 2012. Wegen des bevorstehenden 50-jährigen Abteilungsjubiläums versuchte Abteilungsleiter Uwe Vogt ein Länderspiel in die Gemeinde zu holen. Doch so leicht bekommt ein Fünftligist keine internationale Partie. Allerdings wurde dem TSV vom deutschen Verband ein Trainingslager angeboten. Im Mai 2013 war es dann soweit: erstmals fand drei Tage lang ein Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft in der Virngrundgemeinde statt.

Bundestrainer Olaf Neuenfeld war von den spieltechnischen Bedingungen wie Sport- und Trainingsmöglichkeiten einschließlich Sporthalle und der Versorgung so begeistert, dass er auch einem zweiten Trainingslager zustimmte. Dieses war 2015 nochmals eine Nummer größer, aufgewertet durch ein Länderspiel gegen die Schweiz, einem der stärksten Konkurrenten Deutschlands. Die große Anzahl von mehr als 800 Zuschauern bei diesem Freundschaftsspiel hat mit dazu beigetragen, dass die EFA, der Europäische Faustball-Verband  dem TSV Adelmannsfelden die Ausrichtung der Faustball-EM übertragen hat.

Aufwändige Vorbereitungen

Mittlerweile bohren die TSV-Verantwortlichen bereits seit zwei Jahren dicke Bretter, um die Dimension einer EM-Ausrichtung zu meistern. Im Organisationskomitee der Europameisterschaften sitzen neben zwei internationalen Delegierten, Josef Andolfatto (Schweiz) und Bernd Höckel aus dem badischen Bretten nicht weniger als zehn TSV-Mitglieder, die für die Bereiche Sport, Infrastruktur, Finanzen, Medien, Gastronomie, Sponsoren zuständig sind. Der Ausbau des Adelmannsfelder Hauptsportplatzes hinter der Otto-Ulmer-Halle zum Stadion durch drei Tribünen mit einem Fassungsvermögen von 2000 Zuschauern, Stehtreppen für 600 Gäste sowie mit Nebenspielfeld und zwei Trainingsplätzen ist voll im Gange.

Somit finden die zehn teilnehmenden Nationen, was neuer EM-Rekord ist, beste sportliche Voraussetzungen vor. An drei Tagen wird um die EM-Krone gespielt, Titelverteidiger Deutschland, Vize Schweiz, Österreich und Italien wurden in der A-Gruppe gesetzt, Tschechien, Serbien, Polen, Belgien, die Niederlande und Dänemark spielen die Teilnehmer an der Zwischenrunde aus. Das Finale steigt dann um 15 Uhr am Sonntag, 26. August. Der Präsident des Organisations-Komitees, Hermann Bäuerle und der TSV-Vorsitzende Uwe Berroth rechnen mit bis zu 8000 Besuchern und Fans aus der Umgebung sowie dem In- und Ausland.

Auch die Gemeinde hat sich durch Dorfverschönerung, Renovierungen, Straßenbau festlich geschmückt: Denn die Faustball-Europameisterschaft ist mit  der Höhepunkt der 900-Jahrfeier, alle Gäste sollen sich in dem kleinen Dorf am Rande des Ostalbkreises wohlfühlen.

Deutschland peilt den Hattrick an

Vor der 21. Auflage der Europameisterschaft ist Deutschland mit 13 Titelgewinnen der Rekordsieger. Österreich konnte fünfmal das Turnier gewinnen, zwei Mal holte die Schweiz den Titel. Gelingt der deutschen Nationalmannschaft der Hattrick? 2014 im schweizerischen St. Olten und 2016 in Grieskirchen in Österreich konnte das Team von Olaf Neuenfeld die EM gewinnen. Sechs Jahre schon liegt der EM-Titelgewinn der Schweiz 2012 in Schweinfurt zurück. ban

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