Vor dem Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga sind die Rollen klar verteilt: Für RB Leipzig ist es im direkten Duell am Samstag (18.30 Uhr/Sky) die letzte Chance, der FC Bayern München kann dem Titel praktisch schon mit einem Remis nahe kommen. „Wenn wir nicht gewinnen oder unentschieden spielen, ist die Saison zwar nicht vorbei, aber der Meisterkampf“, sagte Nagelsmann am Freitag. Vier Punkte Rückstand sind es vor dem 27. Spieltag. Von seinem Amtskollegen Flick bekam er auch noch eine Warnung übermittelt: „Jeder Spieler weiß, dass jetzt die Wochen sind, wo sich vieles entscheidet. Es ist eine Qualität von unseren Spielern, dass sie auf den Punkt da sind und wissen, worum es geht.“
Die Botschaft ist klar: So einfach wie im Hinspiel, als die Bayern mit großer Mühe ein 3:3 retteten, soll es Leipzig am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) nicht haben. Daran soll auch der Ausfall von 35-Tore-Stürmer Lewandowski nichts ändern. „Das sind halt Situationen, die man als Trainer hat“, sagte Flick mit augenscheinlich solidem Ruhepuls. Wie er den Ausfall seiner Torgarantie auffangen will, ließ er offen.

Nagelsmann: „Der Kribbelfaktor ist hoch“

Leipzigs Coach Nagelsmann betonte: „Der Kribbelfaktor ist hoch.“ Wie hoch genau, machte Nagelsmann gleich mal deutlich. Obwohl das Abschlusstraining am Freitag erst für 14.30 Uhr angesetzt war, stand der Coach schon um 9.30 Uhr auf dem Rasen und bereitete die Einheit vor.
Nagelsmann, der keine Ausstiegsklausel hat, vermied am Freitag zumindest ein klares Bekenntnis zu RB. Angesprochen auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung in Leipzig sagte er: „Ich habe einen Vertrag bis 2023, das sind die Parameter, die gelten. Alles andere brauchen wir nicht zu besprechen.“ RB hat sich unter Nagelsmann enorm entwickelt und ist gefühlt näher dran an den Bayern. Das realisiert man auch dort. „RB ist ein Klub, der die realistische Chance hat, Titel zu holen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.