Oliver Bierhoff zierte sich –und rückte plötzlich doch noch raus mit der Sprache. „Ich habe wirklich keine Eile“, sagte der DFB-Direktor über die Suche nach einem Erben für Bundestrainer Joachim Löw, „weil wir DFB-intern eine gute Lösung haben.“ Ein Nachfolger aus dem eigenen Stall? Das, betonte Bierhoff, sei doch „immer“ das Ziel des Verbandes.
Es war ein kleiner Paukenschlag am Rande des Treffens der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Düsseldorf zum Start der WM-Qualifikation, der plötzlich Stefan Kuntz in die Pole Position schob. Der U21-Coach, der am Mittwoch mit seiner Auswahl in die EM startet, könnte diese interne Lösung sein, möglicherweise mit Löws aktuellem Assistenten Marcus Sorg.

DFB-Elf will 0:6-Schmach abschütteln

Es mache ihn „stolz“, dass er „für einen der wichtigsten Trainer-Posten in Deutschland gehandelt werde“, sagte Kuntz. Und: „Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass mir das alles egal ist.“ Jetzt wolle er sich aber erst einmal auf das Turnier mit seinen Jungs konzentrieren. Kuntz’s U21 trifft am Mittwoch (21 Uhr/ProSieben) in der EM-Vorrunde in Budapest auf Ungarn.
Die A-Nationalmannschaft traf am Montag in ihren Quartier in Düsseldorf ein, um sich auf die Spiele in der WM-Qualifikation gegen Island am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL), in Rumänien am Sonntag (20.45 Uhr) und gegen Nordmazedonien (31. März) vorzubereiten. Bundestrainer Löw hatte vor zwei Wochen seinen Rücktritt nach der EM im Sommer angekündigt.
Bei der Ankunft in Düsseldorf wirkte der Bundestrainer locker. Und dieses Lockerheit will der scheidende Coach auf seine Spieler übertragen – die schwere Last des 0:6-Debakels in Spanien soll 80 Tage vor der EM abgeschüttelt werden. „Ich habe ihn in den letzten Tagen und Wochen sehr enthusiastisch gesehen, mit großer Vorfreude“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff über Löw, dessen Ära im Sommer nach 15 Jahren enden wird.