Formel 1 in Belgien Vettel und Hamilton suchen in Spa das Titel-Tempo

Sebastian Vettel rast in seinem Ferrari in Spa-Francorchamps über die Strecke. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP
Sebastian Vettel rast in seinem Ferrari in Spa-Francorchamps über die Strecke. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP © Foto: Geert Vanden Wijngaert
Spa-Francorchamps / Von Christian Hollmann, dpa 24.08.2018

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton suchen nach dem Sommerurlaub noch nach ihrer Titelform. Durch ungewohnte Fahrfehler verpassten die beiden WM-Rivalen die Tages-Bestzeit im Formel-1-Training von Spa-Francorchamps.

Vettel immerhin durfte Hoffnung für den Großen Preis von Belgien schöpfen, nachdem seinem Ferrari-Teamkollegen Kimi Räikkönen am Nachmittag die schnellste Runde gelang. Mercedes-Star Hamilton wurde nach einigen Verbremsern Zweiter.

Für Vettel reichte es nach Platz eins zum Auftakt im schnelleren zweiten Training nur zu Rang fünf, weil er beim Angriff auf die Bestzeit in Kurve vier neben die Ideallinie geriet. „Am Anfang braucht man etwas, den Rhythmus wiederzufinden“, sagte der Hesse. In den stark verbesserten Autos ziehe es „schon gewaltig am ganzen Körper. Es ist dann nicht so einfach, jede Kurve zu treffen“, erklärte der 31-Jährige.

Das 13. Saisonrennen am Sonntag (15.10 Uhr) wirkt wegweisend für die verbleibenden drei WM-Monate. „Wenn wir den Speed haben bis zu den letzten Rennen des Jahres, dann haben wir es in der Hand“, versicherte Vettel, der 24 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Hamilton hat. Der Achterbahn-Kurs in den Ardennen ist wie die Vollgas-Piste in Monza eine Woche später der härteste Test für die Tempo-Fähigkeiten der Boliden. Kann Ferrari hier die in den Vorjahren dominierenden Silberpfeile überflügeln, ist Vettels Titel-Mission zurück auf Kurs.

Auch deshalb zogen beide Teams in Belgien den letzten Motoren-Joker für die WM-Zweikämpfer. Nur drei Triebwerke dürfen in diesem Jahr straffrei eingesetzt werden, in Spa fahren sowohl Vettel wie auch Hamilton nun mit der dritten Ausbaustufe. Muss in den folgenden acht Grand Prix noch einmal ein neuer Motor eingebaut werden, werden Startplatz-Strafen fällig. Genau aus diesem Grund müssen Hamiltons finnischer Teamkollege Valtteri Bottas und Renault-Fahrer Nico Hülkenberg schon in Spa von ganz hinten starten.

Auf der Jagd nach dem größten Preis operieren die Mannschaften von Vettel und Hamilton längst am Limit. Fehler, wie sie Vettel schon mehrfach in dieser Saison unterliefen, könnten sich am Ende zur Niederlage summieren. „Es kommen jetzt nur noch Schlüsselerlebnisse, jedes Rennen zählt“, sagte Vettel. Mit Blick auf seinen Rückstand auf Hamilton in der Gesamtwertung meinte er lakonisch: „Irgendwas hat er besser gemacht, aber noch ist das Jahr nicht vorbei.“

Die Gelegenheiten aber werden weniger. „Der Druck ist so groß, wie es nur möglich ist. Aber das bringt uns dazu, uns weiterzuentwickeln und besser zu werden“, philosophierte Hamilton. Seinen Vortrieb findet der 33-Jährige längst in den Geschichtsbüchern. Mit dem fünften WM-Titel könnte er genauso wie Vettel in diesem Jahr die Legende Juan Manuel Fangio einholen.

Den Weg zu diesem Ziel beschreiten die beiden Rivalen jedoch oft gegensätzlich: Hamilton als extrovertierter Globetrotter mit eigener Mode-Kollektion und Millionen Followern in den sozialen Netzwerken, Vettel als streng aufs Private bedachte Familienvater und Hobby-Angler. „Ich versuche nicht, ein Promi zu sein. Ich bin stolz, Sportler zu sein. Aber wir haben beide die gleiche Leidenschaft“, sagte Vettel angesprochen auf die so häufigen Vergleiche mit Hamilton. Für weitere Psycho-Analysen indes hat der Heppenheimer keine Zeit im härtesten Titelrennen seit Jahren.

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