Die Bilder erinnerten an den Nürburgring-Unfall von Niki Lauda und ließen das Allerschlimmste befürchten. Nach einem Feuerunfall ist das Formel-1-Rennen in Bahrain zunächst unterbrochen worden. Schon kurz nach dem Start des drittletzten Grand Prix der Saison am Sonntag krachte Haas-Pilot Romain Grosjean in die Leitplanken. Sein Auto wurde bei dem Einschlag in hoher Geschwindigkeit in zwei Teile gerissen und ging in Flammen auf. Der Grund war zunächst unbekannt. Grosjean touchierte zuvor aber Alpha-Tauri-Pilot Daniil Kwjat und kam dann vom Asphalt ab.

Schrecklicher Unfall beim Rennen der Formel 1 in Bahrain

Auf TV-Bildern war zu sehen, wie Grosjean sich aus dem Cockpit befreien und geschockt vor den Flammen flüchten konnte. Der 34-Jährige saß dann kurz nach dem Crash im Auto des Streckenarztes. Er musste gestützt werden, als er anschließend in einen Krankenwagen begleitet wurde. Grosjean hat den Unfall offenbar glimpflich überstanden - wohl auch dank des Cockpitschutzes Halo.

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Wie das US-Team Haas mitteilte, zog sich Grosjean „einige kleinere Verbrennungen an seinen Händen und Knöcheln zu“. Sonst sei er aber okay. Er wurde von den Rennärzten untersucht, die Autos waren längst in die Boxen zurückgekehrt. Später wurde er für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht.

Formel-1-Fahrer nach Horror-Crash erst geschockt - dann erleichtert

Dem Formel-1-Tross steckte trotz der ersten Entwarnung der Schock in den Gliedern. Rekordweltmeister Hamilton blickte in seiner Mercedes-Garage auf die Bilder des Horrorcrashs, der zwangsläufig Erinnerungen an den Feuerunfall Niki Laudas 1976 auf dem Nürburgring weckte, und schüttelte entgeistert den Kopf.
Als seine Fahrerkollegen auf Bildschirmen sahen, wie Grosjean in ärztlicher Obhut war, applaudierten sie spontan in der Boxengasse.
Haas-Teamchef Günther Steiner hatte zunächst keinen direkten Kontakt zu seinem Fahrer. „Mir wurde gesagt, er ist erschrocken“, kommentierte der Südtiroler im TV-Sender Sky. „Das war Glück im Unglück, muss man sagen.“

Grosjean-Rennstall bedankt sich bei Rettungskräften

Das Formel-1-Team Haas hat sich beim medizinischen Personal bedankt. Der US-Rennstall von Grosjean lobte das „schnelle Denken und Handeln“ bei der Rettung des Franzosen. „Ich danke der Rettungscrew, die echt schnell war. Die Streckenposten und die Leute bei der Fia haben einen tollen Job gemacht“, sagte Haas-Teamchef Günther Steiner.

Erste Reaktionen auf schlimmen Unfall von Grosjean

"Es ist ein Wunder, dass er da in einem Stück rausgekommen ist", sagte Ex-Weltmeister Damon Hill bei Sky: "Es sah aus, als wäre das Chassis durch die Wand durchgegangen. Diese Bilder schaut sich niemand an und spricht danach von zu viel Sicherheit in der Formel 1." Mit Blick auf den Re-Start des Rennens fast 90 Minuten später sagte der Champion von 1996: "Es wird für die Fahrer schwer werden, das aus dem Kopf zu kriegen."
Ex-Pilot Jean Alesi erklärte: "Man muss der FIA (Automobil-Weltverband; d.Red.) danken, dass sie ihn so schnell rausgeholt haben." Der 56-jährige Franzose war sich sicher, dass der lange Zeit umstrittene Cockpitschutz Halo seinem Landsmann Grosjean "das Leben gerettet" hat.
Alan van der Merwe, der Fahrer des Medical Car, erklärte: "Ich habe in zwölf Jahren nicht so viel Feuer gesehen. Romain ist alleine aus dem Auto gekommen. Das ist unglaublich. Es ist super zu sehen, dass alles funktioniert hat: die Leitplanken, der Halo, die Rettungsmaßnahmen."
Der gebürtige Genfer Grosjean, der in dieser Saison nur zwei WM-Punkte holte, muss sein Cockpit bei Haas am Ende der Saison räumen. Es scheint fraglich, ob er in den abschließenden zwei Rennen starten kann.

Racing-Point-Fahrer Lance Stroll überschlägt sich in Bahrain

Nach dem Feuer-Crash von Romain Grosjean beim Formel-1-Rennen in Bahrain hatte auch Lance Stroll von Racing Point einen Unfall. Der Wagen des Kanadiers überschlug sich am Sonntag nach einer Berührung mit Alpha-Tauri-Fahrer Daniil Kwjat. Stroll konnte mit Hilfe eines Streckenpostens aus dem auf dem Überrollbügel liegenden Auto herauskriechen. Er blieb dem Augenschein nach unverletzt. Strolls Wagen wurde mit einem Kran geborgen.
Formel-1-Fahrer Lance Stroll hat sich beim großen Preis von Bahrain mit seinem Fahrzeug überschlagen. Das Auto blieb auf dem Dach liegen.
Formel-1-Fahrer Lance Stroll hat sich beim großen Preis von Bahrain mit seinem Fahrzeug überschlagen. Das Auto blieb auf dem Dach liegen.
© Foto: GIUSEPPE CACACE, AFP