Handball Zweiter Anzug mit Ergebniskosmetik

Für Nikola Vlahovic und die SG BBM Bietigheim ist am Donnerstagabend in der MHP-Arena gegen die Füchse aus Berlin zu selten ein Durchkommen. Vlahovic ist zweimal erfolgreich.
Für Nikola Vlahovic und die SG BBM Bietigheim ist am Donnerstagabend in der MHP-Arena gegen die Füchse aus Berlin zu selten ein Durchkommen. Vlahovic ist zweimal erfolgreich. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Von Mathias Schmid 05.10.2018

In der Handball-Bundesliga hat die SG BBM Bietigheim in der MHP-Arena Ludwigsburg eine 28:36 (13:16)-Niederlage gegen die Füchse Berlin kassiert. Nach einer über weite Strecken starken ersten Hälfte gelang dem Aufsteiger vor 2021 Zuschauern in Durchgang zwei zunächst nichts. Dank eines starken Schlussspurts wendeten die Männer von Trainer Ralf Bader am Ende aber eine Klatsche ab.

Als die Partie schon lange entschieden war, ließen beide Trainer Mitte der zweiten Hälfte ihren „zweiten Anzug“, wie sie es anschließend nannten, ran. Während Füchse-Trainer Velimir Petkovic von seinen sonst weniger eingesetzten Spielern „enttäuscht“ war, zogen Baders Schützlinge noch mal richtig an. „Die Jungs haben ihre Chance genutzt. Ich muss mir jetzt auch Gedanken über unser zukünftiges Wechsel-Management machen,“ meinte der SG-BBM-Trainer. Heraus stachen der zuletzt formschwache Martin Marcec und Kreisläufer Jonathan Fischer. Weniger gut lief es dagegen an diesem Tag beim eigentlichen Antreiber Robin Haller, der nach einigen unglücklichen Situationen in Durchgang eins nach der Halbzeit eine Verschnaufpause bekam.

Bietigheim hielt zu Beginn der Partie gut dagegen. Den 0:2-Rückstand durch zwei Tempogegenstöße hatte die SG BBM dank Max Emanuel und Christian Schäfer (beide 3. Minute) schnell aufgeholt. Bietigheim verpasste es, nach einer Parade von Domenico Ebner zwischenzeitlich gar in Führung zu gehen und kassierte stattdessen das 4:5. Beim Stand von 7:8 gab es dann die erste Zeitstrafe für die Füchse, was Schäfer mit dem erneuten Ausgleich aufs leere Tor nutzte. Die anschließende doppelte Überzahl – Mattias Zachrisson musste wegen Meckerns runter – konnte die SG nicht nutzen. Patrick Webers Versuch aufs leere Füchse-Tor ging knapp vorbei. Dafür gelang aber kurz darauf in der einfachen Überzahl die erste und einzige Führung der Partie. Beim 14:11 war Berlin dann erstmals mit drei Toren in Führung – nach zwei Treffern in Unterzahl. Bis zur Pause blieb Bietigheim dran.

Was danach passierte, war das, was sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison zieht: ein Leistungsabfall in Durchgang zwei, und was für einer. Nur vier Treffer gelangen den Bietigheimern in den ersten 18 Minuten nach der Halbzeit.  So zogen die Gäste bis zu Minute 49 auf 32:17 davon. Auch zwei Auszeiten von Coach Bader und ein Torwartwechsel von Ebner zu Jürgen Müller brachen zunächst keine Besserung.

Als am Ende besagter „zweiter Anzug“ auf dem Feld stand, kam auch der ins Tor zurückgekehrte Ebner immer besser in Fahrt. Die fünf letzten Treffer, drei davon erzielte Marcec, gehörten dann allesamt den Bietigheimern. So waren es am Ende nicht wie zwischenzeitlich 15, sondern nur 8 Tore Unterschied gegen den amtierenden EHF-Pokal-Sieger.

Bis zum 14. Oktober hat Bietigheim jetzt Zeit, sich auf die nächste Partie und eine wichtige Phase der Saison vorzubereiten. Dann stehen nacheinander die Partien beim VfL Gummersbach, gegen den TSV GWD Minden (18.10.) und bei den Eulen Ludwigshafen (1.11.) an. Alles Teams, bei denen im Kampf um den Klassenverbleib möglichst gepunktet werden sollte. „Für uns gilt es, uns in den nächsten Tagen und Wochen darauf vorzubereiten, dass wir da präsent sind“, sagte SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger, „wir müssen schauen, wer dann auf den Punkt da ist.“ Vielleicht ja auch vermehrt die Spieler, die vermeintlich nur der „zweite Anzug“ sind.

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