Leichtathletik SSV-Zehnkämpfer bei Saisonausklang in Frankreich gut in Form

Trainer Christopher Hallmann (Mitte) mit seinen beiden SSV-Zehnkämpfern Tim Nowak (links) und Manuel Eitel – mit Optimismus ins kommende Jahr.
Trainer Christopher Hallmann (Mitte) mit seinen beiden SSV-Zehnkämpfern Tim Nowak (links) und Manuel Eitel – mit Optimismus ins kommende Jahr. © Foto: Silke Bernhart
eb 19.09.2017

Tim Nowak kratzte am Wochenende in Talence erstmals an den 8000 Punkten. 7942 Zähler und damit 104 mehr als jemals zuvor in einem Männer-Zehnkampf hatte der 22-Jährige vom SSV Ulm 1846 am Ende auf dem Konto. Und das in einem Wettbewerb, in dem lange nicht alles nach Wunsch gelaufen war. Am ersten Tag hatte der 22-Jährige im Hochsprung (1,96 m) und über 400 Meter (49,95 Sek.) Punkte liegen lassen. Am zweiten Tag fehlte der eine oder andere Mutmacher – sonst wäre vielleicht schon am Sonntag die magische Marke fällig gewesen.

Dafür konnte Tim Nowak im Weitsprung mit 7,25 Metern endlich seine drei Jahre alte Bestmarke steigern. Über 1500 Meter überzeugte er in 4:30,50 Minuten als drittschnellster Läufer. Auch der Start in den zweiten Tag war mit 14,69 Sekunden über die Hürden vielversprechend verlaufen. So lieferte der Zehnkämpfer des SSV Ulm 1846 nach dem Verletzungs-Aus bei der U23-EM zum Saison-Ende noch einmal eine Leistung ab, die Motivation geben dürfte für das kommende Jahr.

Es war ein Kraftakt, der in Talence längst nicht allen gelang: Die Spitze blieb durchweg unter den Leistungen der bisherigen Saison, die Müdigkeit war allen Athleten bei nass-kalten Bedingungen anzumerken. Mit 8252 Punkten der Beste im Feld: der Olympia-Dritte Damian Warner aus Kanada. Nicht einmal 100 Punkte mehr als Tim Nowak hatte am Ende der WM-Dritte Kai Kazmirek (8020 Pkt) aus Koblenz auf dem Konto, der damit Zweiter wurde.

Eitel steigert sich um 379 Punkte

Unbekümmert mittendrin in der Weltspitze: So könnte das Wochenende von Manuel Eitel überschrieben werden. Er zeigte erneut einen hervorragenden ersten Tag und holte in 10,51 Sekunden sogar den Disziplinsieg über 100 Meter nach Ulm. Trotz magerer 7,14 Meter im Weitsprung und 13,18 Meter mit der Kugel konnte er dank einer Hochsprung-Bestleistung (1,99 m) und für ihn sehr guten 400 Metern (49,62 Sek.) den ersten Tag als Vierter abschließen.

Drei weitere Einzel-Bestleistung gab’s für den 20-Jährigen am zweiten Tag: Nach 4,65 Metern im Stabhochsprung bedankte sich Eitel mit einem Salto rückwärts beim Publikum. Es hatte den Jüngsten im Feld schnell ins Herz geschlossen. Sein Speer flog bis auf 57,25 Meter. Auf den ungeliebten 1500 Metern war er in 4:42,13 Minuten schnell wie nie zuvor. Noch nicht in allen Disziplinen konnte Eitel mit der Weltspitze mithalten, mit neuer Bestmarke von 7825 Punkten und Platz sieben hinterließ er aber bleibenden Eindruck.

„Für Tim war es wieder ein Schritt nach vorne“, bilanzierte Trainer Christopher Hallmann: „Es ist nur eine Frage der Zeit bis zum ersten 8000er. Ich bin zufrieden, der Weg zeigt nach oben. Das war mit Sicherheit die Wiedergutmachung für eine bisher nicht optimale Saison, auch wenn bei schwierigen Bedingungen das i-Tüpfelchen gefehlt hat.“

Manuel Eitel habe schon direkt in der ersten Disziplin für Aufsehen gesorgt: „Dass er über 100 Meter Damian Warner schlägt, damit hätte sicher keiner gerechnet“, blickte Hallmann mit einem Schmunzeln zurück. „Da hatte er das erste Mal die Aufmerksamkeit für sich, ab diesem Moment hatte er das Publikum auf seiner Seite.“

Davon habe sich der junge Athlet zwei Tage lange beflügeln lassen. „Der Zehnkampf mit ihm hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich bin extrem stolz auf ihn.“

Große Pläne über 5000 Meter

Alina Reh, herausragende Läuferin beim Einstein-Marathon, hat sich für das kommende Jahr über 5000 Meter einiges vorgenommen: „Das Ziel ist es, jede Runde eine Sekunde schneller zu laufen. Gelingt das, wäre ich rechnerisch bei 14:58 Minuten angekommen.“ Das wäre der Durchbruch in die Welt-Elite. swp

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