Leichtathletik Zehnkämpfer düpieren die Spezialisten

Das sprintstarke Meisterteam des SSV Ulm 1846 über 4x400 Meter (von links): Fynn Zenker, Mathias Brugger, Maximilian Vollmer und Luca Dieckmann.
Das sprintstarke Meisterteam des SSV Ulm 1846 über 4x400 Meter (von links): Fynn Zenker, Mathias Brugger, Maximilian Vollmer und Luca Dieckmann. © Foto: Volkmar Könneke
Henri Gallbronner 11.06.2018

Rund 800 Athleten tummelten sich bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften der Leichtathleten im Donaustadion. Für den SSV Ulm 1846 sprangen dabei insgesamt neun Medaillen heraus, davon vier goldene. Dabei bildete ausgerechnet der Abschluss den Höhepunkt für den Gastgeber: Bei den 4x400-m-Staffeln der Herren wiesen die Ulmer Zehnkämpfer die Spezialisten in die Schranken. Mathias Brugger, Fynn Zenker, Luca Dieckmann und Maximilian Vollmer ließen nichts anbrennen und gewannen mit deutscher Jahresbestleistung von 3:13,05 Minuten vor dem VfL Sindelfingen II (3:20,79).

Zuvor hatte Zehnkämpfer Manuel Eitel für den ersten Meistertitel für den SSV Ulm 1846 gesorgt: Im 110-m-Hürdenlauf gewann er in 14,52 Sekunden. Doch die größte Überraschung aus Ulmer Sicht war der Sieg von Hochspringer Benno Freitag: Seit zwei Jahren ist er nicht mehr im Training, wollte eigentlich nur „zum Spaß“ vor heimischer Kulisse antreten. Aus Spaß wurde dann ganz schnell Ernst. Seine Meldeweite von 1,95 Metern übertraf er locker und wurde mit übersprungenen 2,08 Metern Baden-Württembergischer Meister. „Damit gerechnet hätte ich nicht“, sagte er nach der Siegerehrung, fügte aber hinzu: „Solang’s geht, bin ich dabei.“

Kinzel steigert sich

Am ersten Wettkampftag war für den SSV 46 Antonia Kinzel erfolgreich, die im Diskuswurf eine Silbermedaille errang. Die U-20-Athletin war äußerst zufrieden mit ihrem Erfolg in der Konkurrenz der Aktiven: „Vor allem, weil der letzte Wettkampf echt ziemlich schlecht war.“ Mit ihrer Weite von 45,63 Metern musste sie nur Katharina Maisch von der TUS Metzingen den Vortritt lassen, die ihre persönliche Bestleistung von 43,62 auf 46,74 Meter steigern konnte. Das überraschte auch ihre Konkurrentin aus Ulm: „Drei Meter ist schon eine krasse Steigerung“, sagte Antonia Kinzel.

Den Abschluss des ersten Wettkampftages im Donaustadion bildete der 3000-Meter-Lauf der Herren. Während Aimen Haboubi bereits drei Runden vor dem Ziel aufgeben musste und Muhammad Lamin Bah sich als Sechster „weit unter Wert“ verkaufte, wie Trainer Wieland Pokorny sagte, lief Efrem Tadese mit neuer Bestzeit (8:44,01 Minuten) auf Platz vier. Das Ergebnis seiner beiden anderen Schützlinge sieht Pokorny im Ramadan begründet, den die beiden Muslime trotz Sport einhalten: „Das merkst du natürlich bei der Hitze extrem.“

100

Meter in 10,13 Sekunden – diese bemerkenswerte Zeit gelang Raphael Müller vom VfB Stuttgart. Wegen Rückenwind von 3,6 Metern pro Sekunde – „ein halber Orkan“, wie der Stadionsprecher bemerkte – darf der Sieger aber wohl trotz geknackter Norm nicht zur EM fahren.

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