Tischtennis Vier Teams heiß auf den Tischtennis-Pokal

Neu-Ulm / Gerold Knehr 04.01.2019

Die Tischtennis-Profis von Borussia Düsseldorf haben in den vergangenen Jahren Titel gesammelt wie andere Leute Payback-Punkte. Für die übrigen Klubs blieben nur ab und an Brosamen übrig. Zehn Mal in den vergangenen elf Jahren wurde das Team um Star Timo Boll Deutscher Meister. Nur Werder Bremen unterbrach 2013 diese Serie. Der TTC Grenzau wartet seit 2006 auf einen nationalen Titel, die TTF Ochsenhausen gar seit fast 15 Jahren.

Nun hat ausgerechnet der ASV Grünwettersbach, der noch nie einen nationalen Titel gewonnen hat, den Weg frei gemacht. Der Klub aus dem Süden von Karlsruhe, dem in dieser Bundesliga-Saison lange Zeit kaum etwas gelungen ist, rang im Pokal-Viertelfinale völlig überraschend die Düsseldorfer nieder, die den Titel zuvor sechs Mal in Folge gewonnen hatten.

Morgen, Samstag besteht für die vier erwähnten Teams ab 11 Uhr in der Ratiopharm Arena also die seltene Chance auf einen Titel. Im Halbfinale um den deutschen Tischtennis-Pokal stehen sich die TTF Ochsenhausen und der TTC Grenzau gegenüber. Parallel treten am zweiten Tisch Werder Bremen und der ASV Grünwettersbach gegeneinander an. Das Finale wird im Anschluss ab circa 14 Uhr ausgespielt.

Klar, dass alle vier Teams heiß darauf sind, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen. Als Favorit gehen – nicht nur des kleinen Heimvorteils wegen – die TTF Ochsenhausen ins Rennen. Die Oberschwaben kommen mit dem aktuellen Weltranglisten-Sechsten, dem Brasilianer Hugo Calderano, in die Arena. Der 22-Jährige ließ vor der Weihnachtspause aufhorchen, als er beim Finale der World Tour den Weltranglisten-Ersten Fan Zhedong (China) bezwang. „Jeder weiß, dass wir gute Chancen haben, wenn die Düsseldorfer nicht dabei sind“, sagt Calderano. Sein Trainer Dmitrij Mazunow und TTF-Präsident Kristian Pejionovic wollen sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen und akzeptieren die Favoriten-Rolle nur bedingt. „Die Teams kommen mit vielen jungen Spielern. Da weiß man nie, was man erwarten darf. Am Ende wird die Tagesform den Ausschlag geben“, mutmaßt Pejinovic.

„Wir haben schon ein paar Ideen, was wir machen können“, gibt sich Dirk Wagner, der Trainer von Ochsnehausens Halbfinal-Gegner TTC Grenzau, kämpferisch. Genauso wie Düsseldorf-Bezwinger Grünwettersbach. „Seit unserem Pokalcoup sprechen unsere Spieler von Ulm. Wir wollen das Turnier genießen. An einem guten Tag stehen die Chancen 50:50“, glaubt ASV-Manager Martin Werner vor dem Halbfinale gegen Werder Bremen. Am letzten Bundesliga-Spieltag vor der Weihnachtspause hat der ASV schon mal gezeigt, wie es geht. Er schlug die Bremer 3:0.

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