Reiten Vater und Sohn glänzen in Stuttgart

Stuttgart / Jörn Rebien 17.11.2018

Sehr achtbar haben sich die wenigen Alb-Donau-Reiter bei den German Masters in der Stuttgarter Schleyerhalle geschlagen. Begonnen hat Dorothee Schmid vor vollem Haus im spektakulären Indoor Derby, das mit neuen Regeln geritten wurde. Zunächst galt es für die 23 Teilnehmer, einen Parcours über feste Hindernisse in einer vorgegebenen Zeit zu meistern, um danach die  abwerfbaren Hürden zu nehmen. Wer fast nur vom Weltmeisterschafts-Podium geschlagen wird, muss schon einiges richtig gemacht haben.

Lediglich von der WM-Dritten in der Vielseitigkeit, Ingrid Klimke (Münster), und der britischen Doppel-Weltmeisterin Rosalind Canter sowie der Neuseeländerin Jesse Campbell auf den vierten Platz verwiesen, das kann sich sehen lassen. Wie an der Schnur gezogen verstand es die Reiterin aus Urspring, ihren neunjährigen Wallach Nikko Brown über die 24 Sprünge zu steuern und behauptete lange Zeit unangefochten die Führung. Die Siegerin Ingrid Klimke lag nach der über einen Kilometer langen Strecke gerade mal vier Sekunden in Front.

Zum Auftakt der Springprüfungen konnten sich Vater Uwe und Sohn Niels Carstensen im S*-Springen an die  beeindruckende Hallen-Atmosphäre in Stuttgart gewöhnen. Uwe Carstensen blieb mit seinem Best of Balou ohne Strafpunkte, während der 17-jährige Niels auf Sandro Gold mit einem Abwurf über die Ziellinie galoppierte.

Der Youngster hatte allerdings noch ein Handicap. Er pendelte zwischen der großen Reiterwelt und einer Englischklausur hin und her. Dass er das gut verkraften konnte, bewies der Kaderreiter  Donnerstag auf seine Art. In der nicht einfachen Springprüfung der Klasse S*** blieb er im Umlauf ohne Strafpunkte und qualifizierte sich für das Stechen. Auch Uwe Carstensen konnte fehlerfrei nachziehen.

Damit standen beide im entscheidenden Durchgang. Das gab es beim Hallenchampionat noch nie. Zwar ritten schon mal der mittlerweile zum Co-Turnierchef aufgestiegene Andreas Krieg gegen Sohn Niklas, aber nicht im Stechen. Das lief dann nicht ganz nach Plan. Beide kamen nach je zwei Abwürfen auf die Plätze sieben und neun. „Ich musste alles riskieren“, so Uwe Carstensen zur Verweigerung vor der zweifachen Kombination, „und bei Niels fehlte etwas die Ruhe“. Zwei Alb-Donau-Reiter  im Finale des renommierten Stuttgarter Hallen-Championats, das ist auf jeden Fall aller Ehren wert.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel