Nach seinem Empfang beim Ulmer Ruderclub Donau zum Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ist es ruhig geworden um Maximilian Reinelt. Der Vorzeige-Athlet hatte schon im Herbst 2016 angekündigt, sich über das Fortsetzen seiner Karriere Gedanken zu machen. Doch erst im Januar 2017 machte es der 28-Jährige dann offiziell: Reinelt beendet seine aktive Ruder-Karriere am Olympiastützpunkt in Dortmund.

Fünffacher Europameister, zweimaliger Weltmeister, Olympia-Gold in London 2012 und Silber in Rio de Janeiro 2016 – Maximilian Reinelt hat mit dem Deutschland-Achter einen Titel nach dem anderen abgeräumt und damit eine Ära entscheidend mitgeprägt. Der Ulmer war seit 2010 fester Bestandteil im Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes und zog dafür extra ins Ruhrgebiet. „Ich habe über die Hälfte meines Lebens Rudern als Leistungssport betrieben. Ich kenne es gar nicht mehr anders“, sagt Reinelt. „Aber irgendwann wird es Zeit für einen neuen Lebensabschnitt. Rudern hatte bei mir immer Priorität, nun gehe ich den Schritt in eine neue Richtung“, begründete der gebürtige Ulmer seine Entscheidung.

Schon bei der Vereinsfeier zu seiner Silbermedaille im September 2016 hatte er als Gast im Ulmer Ruderclub Donau angekündigt, dass er künftig mehr Zeit mit seiner Freundin Viola verbringen wolle. „All die Jahre hat sie viel toleriert, jetzt ist sie auch mal dran. Ich darf es nicht an allen Orten überreizen“, sagte Reinelt damals.

Allerdings betonte der Medizin-Student auch, dass ihm die Entscheidung – egal in welche Richtung – nicht leicht fallen wird. „Es wäre ein guter Moment, um zu sagen: Ich habe alles erreicht, mehr geht nicht, ich höre auf“, sagte er damals. „Aber bei der Abschlussfeier in Rio wurde ja schon Tokio vorgestellt und alle waren so begeistert. Es ist schwierig, sich dieser ganzen Sache zu entziehen.“

Ganze vier Monate hat er danach hin und her überlegt, konnte sich über den Jahreswechsel viele Gedanken über die Zukunft machen, so dass am Ende die Entscheidung gegen den Leistungssport und für die berufliche und private Weiterentwicklung fiel.  Der 28-Jährige ist in den letzten Zügen seines Studiums. Wenn alles gut läuft, ist Reinelt im nächsten Jahr Arzt.

Dabei geht der Bochumer Student wie in seinem Sport vor – Schritt für Schritt bis zum großen Ziel: „Das Rudern hat meine Person maßgeblich geprägt. Für mich gibt es ein klar definiertes Ziel, für das ich mir einen genauen Plan mache“, erklärt Reinelt, der sich auch mit einer Portion Demut an die neuen Aufgaben macht: „Jetzt bin ich auf einem anderen Spielfeld unterwegs. Da muss ich wieder ganz unten anfangen und erstmal kleine Brötchen backen. Ich freue mich darauf, das wird eine ganz neue Zeit.“