Aerobic Ulmer Aerobic-Team vertritt Deutschland bei WM in Südkorea

Ulm / MANUELA HARANT 09.06.2016
Vielleicht große sportliche Erfolge, aber auf jeden Fall viel Lebenserfahrung werden acht Ulmerinnen von der Aerobic-WM in Südkorea mitnehmen.

Magdalena Schmid ist im Stress. Sie hat noch viel zu tun vor ihrer Abreise nach Südkorea. „Ich muss im Internet noch über Incheon recherchieren, auf meinem Handy Skype einrichten und mich über gesunde Ernährung informieren“, sagt die zwölf Jahre alte Aerobic-Athletin vom SSV Ulm 1846. Gemeinsam mit dem Ulmer Trainergespann Anke Beranek und Klaus Häberle sowie weiteren sieben Sportlerinnen vom SSV Ulm 1846 geht es für sie am Donnerstag mit dem Flieger von Frankfurt ins 8500 Kilometer (Luftlinie) entfernte Incheon, wo ab Montag die Aerobic-Weltmeisterschaften der Junioren stattfinden.

Dabei ist die Frage, was die größere Herausforderung für die junge Athletin ist: Der Auftritt mit ihrer Einzel-Übung in der AK 12 bis 14 gegen die 40 besten Aerobic-Turnerinnen der Welt, oder die Reisestrapazen und vielen Eindrücke in einem fernen Land mit fremder Sprache, fremder Schrift und fremden Speisen. „Da kommt alles zusammen, aber ich freue mich sowohl auf den Wettkampf an sich als auch auf die Stadt. Ich gehe davon aus, dass dort einfach alles größer ist als bei uns“, sagt Magdalena Schmid, deren weiteste Reise bislang in die Türkei ging.

Ermöglicht hat die bereits zweite WM-Teilnahme des Ulmer Leistungszentrums innerhalb von zwei Jahren eine Mischfinanzierung durch den Verein und seine Sponsoren, den Schwäbischen Turner-Bund und natürlich die Eltern der Nationalkader-Athletinnen. Da Aerobic (noch) nicht olympisch ist, gibt es keine weitere Fördermittel auf nationaler Ebene, im Gegenteil: „Wir müssen sogar die Kampfrichter selbst bezahlen“, erklärt Trainerin Anke Beranek. Neben Nesthäkchen Magdalena Schmid treten sieben weitere Ulmerinnen als Fünfer-Gruppe und Trio bei der WM in Südkorea an. Fünf von ihnen waren bereits 2014 bei den vergangenen Welttitelkämpfen in Cancun/Mexiko dabei, sind aber nicht weniger aufgeregt als damals.

Vor allem, weil die Generalprobe des Ulmer Trios bei den Rheinland-Pfälzischen Meisterschaften in Nieder-Ingelheim nicht optimal lief. „Da waren leider einige Fehler drin“, gesteht Maya Schwally, die als Einzige nicht nur in der Gruppe sondern auch gemeinsam mit Danica Weig und Nadja Mack im Trio mit am Start ist. Dennoch rät Beranek dem Dreier-Team, selbstbewusst auf der großen Bühne in Korea aufzutreten: „Immerhin haben sie als einziges Damen-Trio einen Vorwärts-Salto im Programm. Damit lässt es sich gut punkten.“

Die größten Chancen auf eine Teilnahme am Finale der besten Acht hat das fünfköpfige Team, neben Schwally bestehend aus Emma Sturm, Celina Glöckle, Simone Eberhardt und Lina Schmid. Vor zwei Jahren hat das Quintett, damals in leicht veränderter Besetzung, mit Rang sechs überrascht. „Allerdings müssen wir in der höheren Altersklasse auch schwierigere Elemente turnen“, warnt Simone Eberhardt davor, die Ulmerinnen in eine Favoritenrolle zu drängen.

Gegenüber der Generalprobe in Nieder-Ingelheim wollen die Fünf noch mehr Ausdruck in ihren Auftritt bringen. Vielleicht gelingt dann ja sogar das Wunder WM-Medaille. Und wenn nicht, dann werden die vielen Erfahrungen aus Asien im Gepäck ohnehin mehr wiegen als jedes Edelmetall.

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