Im Schatten des Kölner Doms reckte Alina Reh vom SSV Ulm 1846 strahlend die Arme in die Höhe: 69:31 Minuten zeigte die Uhr, als die 21-Jährige Anfang Oktober das Zielband als Halbmarathonsiegerin durchlief. Damit steigerte sie ihren eigenen deutschen U-23-Rekord gleich um 1:50 Minuten und lief gleichzeitig in Europas Spitze.

Bei der Heim-EM im Berliner Olympiastadion hatte die Laichingerin im August mit Platz vier über 10 000 Meter für großen Jubel gesorgt. Es war eine bemerkenswert erfolgreiche Saison, was wegen eines Ermüdungsbruchs im April nicht abzusehen war. Aber Alina Reh ist eine Kämpferin auf der Mittel- und vor allem Langstrecke. Und bei den Zehnkämpfern Arthur Abele und Mathias Brugger ist „Kampf“ schon Programm im Disziplin-Namen. Während Abele sich nach vielen gesundheitlichen Rückschlägen in Berlin zum Europameister aufschwang, war Brugger nach einem „Salto nullo“ im Weitsprung chancenlos, blieb aber zunächst im Wettkampf. Auch um Abele weiter zu unterstützen, der kürzlich bei der Wahl zum „Sportler des Jahres“ auf den dritten Platz gewählt worden ist.

Alina Reh stellte nur eine Woche nach dem Halbmarathon von Köln in Berlin eine weitere nationale Bestmarke auf: in 31:23Minuten im Straßenlauf  über 10 Kilometer. Ein Saisonfinale mit zwei deutschen Rekord, das hat es bei den Leichtathleten des SSV 46 auch noch nicht gegeben.