Reitsport Traumwertung 9,0: Schmid schwebt über Hindernisse

Beim Turnier des PSV Urspring ging es am Wochenende um die Harmonie zwischen Pferd und Reiter.
Beim Turnier des PSV Urspring ging es am Wochenende um die Harmonie zwischen Pferd und Reiter. © Foto: Matthias Kessler
Urspring / Jörn Rebien 02.07.2018
Bei den Stilgeländeritten des Urspringer Vielseitigkeitsturniers nutzen die Schmid-Schwestern ihren Heimvorteil.

Es war eine Demonstration der Reitkunst im Gelände. Dorothee Schmid schaffte es mit ihrem neunjährigen australischen Vollblüter Nikko Brown, den 2000 Meter langen Parcours mit seinen 22 Geländehindernissen besonders harmonisch zu überwinden. Da gab es beim vierminütigen Ritt der Zusammenarbeit zwischen Pferd und Reiterin wenig auszusetzen. Das sahen die Juroren ebenfalls so und gaben der 34-Jährigen die Wertnote 9,0, die nach Aussage erfahrener Vielseitigkeitsexperten kaum jemals vergeben wurde. Es bedeutete zudem den unangefochtenen Sieg in der Stilgeländeprüfung der Klasse M und ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk für die Reiterin.

„Ich musste kaum etwas tun, das ging fast wie von selbst und es hat echt Spaß gemacht“, berichtete die Siegerin, die heuer auch schon international am Start war. Dennoch waren die Anforderungen auf der Geländestrecke erheblich. Auch die Siegerin war erstaunt, „wie schnell die Hindernisse aufeinander folgten“. Klar, dass Dorothee Schmid ihren Heimvorteil ausnutzen konnte, denn das Gelände liegt direkt am Reitstall ihrer Familie. Allerdings wurde der Kurs ganz neu ausgeflaggt. Auch unter der Mithilfe des international renommierten Parcourschefs Gerd Haiber (Burladingen), der dann ein kurzes Resumee zog: „Alles heile, alles gut, das ist immer das Wichtigste“. Der sah dann auch noch über den Tellerrand hinaus und urteilte: „Aus diesen Voraussetzungen kann man mehr machen“.

Die ältere der Schmid-Sisters, Julia Schmid, überzeugte zwar auf Aligarkh, mit dem sie die Wertnote 8,4 erreichte, belegte  in der M-Prüfung Platz drei und entschied die Klasse L für sich. Bei ihrem Ritt auf Chestworth Chestnut lief es dafür nicht rund: Platz vier mit der Note 6,4. Zweiter wurde Pferdewirtschaftsmeister Hans-Martin Steißlinger aus Laichingen auf Satinka (8,6).

Wie hoch die Anforderungen waren, zeigte sich auch daran, dass sechs Teilnehmer zumeist wegen Verweigerungen aus dem Wettbewerb schieden. Auch für Landesmeisterin Eva Terpeluk aus Allmendingen lief es gar nicht nach Wunsch. Sie blieb ohne Wertung auf ihrer Trakehner-Stute Uni’s Black Pearl, von der die Tiermedizin-Studentin in der Fachpresse sagte: „Sie lehrt mich, gut zu reiten.“

Bodo Battenberg enttäuscht

Die Stars in Urspring saßen schon beim ersten Turnier-Teil am Mittwoch auf ihren Nachwuchspferden im Sattel. In der Geländepferdeprüfung Klasse L wurde Falk Filip Finn Westerich aus Ruppertshofen auf Daredevil Vierter und Olympiateilnehmer Bodo Battenberg auf Blitzlicht Siebter. In der Klasse A ließ der Urspringer Norbert Freistedt auf Amadei als Zweiter Battenberg auch hinter sich. Der Olympia­teilnehmer wurde Vierter.

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