Neu-Ulm Tischtennis: Nächster Triumph für Düsseldorfs drei Könige

Neu-Ulm / Gerold Knehr 06.01.2018
Zum sechsten Mal in Folge gewinnt Tischtennis-Bundesligist Borussia Düsseldorf den deutschen Pokal. Doch ganz so einfach war der Weg zum 69. Titel der Vereinsgeschichte in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena nicht.

„Alle Jahre wieder…“ ist nicht nur ein Weihnachtslied. Zu Beginn eines neuen Jahres stimmen es auch die Anhänger des Tischtennis-Bundesligisten Borussia Düsseldorf regelmäßig und gerne an. Zum dritten Mal in Folge in der mit knapp 4000 Zuschauern besetzten Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena und zum insgesamt sechsten Mal hintereinander gewann das Team um Superstar Timo Boll am Dreikönigs-Samstag den deutschen Tischtennis-Pokal. Im Finale setzten sich die Westdeutschen gegen den 1. FC Saarbrücken ebenso klar mit 3:0 durch wie im Halbfinale zuvor gegen Werder Bremen. Das Team von Trainer Danny Heister feierte den 69. Titel seiner Vereinsgeschichte fast so enthusiastisch, als sei es der Erste gewesen.

Enttäuscht hingegen war Lokalmatador TTF Ochsenhausen. „In unserem Vorgarten Ulm“, wie Präsident Kristijan Pejinovic sich ausdrückte, verloren die Oberschwaben ihr Halbfinale gegen den 1. FC Saarbrücken mit 1:3. Nichts war es also mit dem ersten Titel seit 14 Jahren für die TTF. Die „Ochsen“ mussten ohne ihre Nummer eins, den Weltranglisten-Neunten Simon Gauzy auskommen. Die Rückenprobleme des Franzosen ließen einen Einsatz nicht zu. Vorentscheidend war die Fünfsatzniederlage des Polen Jakub D yjas gleich im Auftaktspiel gegen den früheren Ochsenhauser Tiago Apolonia. Der Brasilianer Hugo Calderano konnte gegen den deutschen Nationalspieler Patrick Franziska ebenso wenig ausrichten wie gegen Apolonia (jeweils 1:3). Der 3:1-Sieg des quirligen Japaners Yuto Muramatsu gegen den früheren EM-Finalisten Patrick Baum reichte nicht zum ersehnten Finaleinzug.

So eindeutig, wie die beiden Düsseldorfer 3:0-Siege klingen, waren die beiden Begegnungen jedoch nicht. „Es gab ein paar brenzlige Situationen, die wir überstehen mussten“, räumte Timo Boll ein. Im Halbfinale gegen Bremen mussten die beiden Schweden Anton Källberg und Kristian Karlsson über fünf Sätze gehen, ehe sie Bastian Steger und Omar Assar bezwingen konnten. Auch Boll kam im zweiten Spiel des Finales gegen den an diesem Tag starken Saarbrücker Apolonia in eine der von ihm beschriebenen „brenzlige Situation“ . Den ersten Satz gegen den Portugiesen verlor das deutsche Aushängeschild mit 5:11, und auch bis Mitte des zweiten Durchgangs lag Boll noch im Hintertreffen, bis er sich dann wieder fing und die Begegnung in vier Sätzen gewann. Den 26. Pokalsieg der Düsseldorfer Vereinsgeschichte machte der erst 20 Jahre alte Källberg mit einem ungefährdeten 3:0 gegen Patrick Baum perfekt.

Danach war Party angesagt, frei nach dem Motto: „Lasst uns froh und munter sein.“ Nach der Siegerehrung ließen die Fans die Champagner-triefenden Düsseldorfer erst nach einer viertelstündigen Feier in die Mannschaftskabine.

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