Leichtathletik Steffi Daubers famoser Höhenflug zur EM

Überwältigt vom eigenen Erfolg: Als Vizemeisterin hat Steffi Dauber auch die EM-Norm geknackt.
Überwältigt vom eigenen Erfolg: Als Vizemeisterin hat Steffi Dauber auch die EM-Norm geknackt. © Foto: Iris Hensel
Nürnberg / Wolfgang Scheerer 23.07.2018

Erfolge Schlag auf Schlag. So ging das am Schlusstag der 118. deutschen Meisterschaften in Nürnberg für das kleine Leichtathletik-Team des SSV 46. Erst lief Alina Reh bei ihrem ersten 5000-Meter-Rennen in dieser Saison hinter Hanna Klein (SG Schorndorf) zur Vizemeisterschaft. Keine halbe Stunde später schwang sich Steffi Dauber im Stabhochsprung weit hinauf zur persönlichen Bestmarke. Die 4,45 Meter bedeuteten auf den letzten Drücker die Qualifikation für die Europameisterschaft in Berlin (6. bis 12. August). „Ich bin einfach nur überwältigt“, sagte die 30-Jährige zum größten Erfolg ihrer Karriere. Dafür war eine Steigerung um fünf Zentimeter nötig.

31 wird Steffi Dauber am 31. Juli. Schon jetzt hat sie sich ein Geschenk mit Schleife gemacht – und auch ihren Trainer überglücklich: Wolfgang Beck, in seiner Hauptfunktion Leichtathletik-Abteilungsleiter. „Ihm habe ich so viel zu verdanken“, sagte Steffi Dauber, nachdem Rang zwei hinter der höhengleichen Jacqueline Otchere (MTG Mannheim) feststand. „Vor zwei Jahren war ich noch bei vier Metern.“

Doppel-Start in Berlin?

Während es hier bis ans Limit ging, wusste Alina Reh: „Es war mehr drin. Leider war ich zu nervös, obwohl ich nichts zu verlieren hatte. Ich hätte mein Ding durchziehen sollen.“ Die Probleme nach dem Ermüdungsbruch im rechten Wadenbein sind passé. Lang machte die 21-Jährige gestern Tempo, 300 Meter vorm Ziel zog Hanna Klein vorbei und gewann das Duell der WM-Teilnehmerinnen von 2017 in 15:17,47 Minuten vor der Laichingerin (15:25,30). „In werde in Berlin angreifen“, versprach Reh, die sich auf die 10 000 Meter konzentriert. „Ein Doppel-Start käme nur infrage, wenn ich niemand einen EM-Platz wegnehmen würde.“ Als zweite SSV-Starterin in Nürnberg kam Marlene Gomez-Islinger (17:51,88) auf Platz 15.

Im letzten Rennen gestern Abend im Morlockstadion dann noch Platz drei für die 4x400-Meter-Staffel. Beschleunigt mit der Ulmer Zehnkampf-Power von Mathias Brugger, Fynn Zenker, Tim Nowak und Arthur Abele, verbesserte sie den Kreisrekord um rund eine Sekunde auf 3:12,09 Minuten.

Die DM hatte für das sechsköpfige Ulmer Team schon am Samstag mit einem Paukenschlag begonnen: Manuel Eitel, seit diesem Jahr 8000-Punkte-Zehnkämpfer, stürmte erst mit Saisonbestzeit (10,47 Sekunden)  ins 100-Meter-Finale. Gleich im Vorlauf hatte der 21-Jährige mit 10,55 im Nieselregen seine starke Form demonstriert.

Dann erlebte Eitel quasi hautnah, wie Serienmeister Julian Reus aus Erfurt eine überraschende Niederlage einstecken musste. Der schnellste deutsche Sprinter wurde in 10,32 hinter Überraschungssieger Kevin Kranz aus Wetzlar (10,28) Zweiter. Für Eitel war schon beim Blick auf die Meldezeiten nicht mehr drin als der achte Platz (10,52).  „Es ist ein Erlebnis, mit diesen Jungs zu starten. Ich bin happy und  sehr zufrieden damit, wie ich mich geschlagen habe. Leider hat’s mit der Beschleunigung nicht optimal geklappt, sonst wäre eine bessere Zeit möglich gewesen.“

Das Sprint-Solo war so etwas wie die Zugabe für eine starke Zehnkampf-Saison. Darauf liegt weiter der Schwerpunkt: Schon am Mittwoch startet Eitel mit seinen Klubkollegen Tim Nowak und Luca Dieckmann in die USA, wo der Thorpe-Cup der Mehrkämpfer ausgetragen wird, ein Ländervergleich zwischen Amerikanern und Deutschen. Da kann Manuel Eitel noch einmal zeigen, dass er viel mehr kann als schnell laufen.

Katharina Eichs schneller Wechsel

Rund lief es gestern auch für die Ulmer Sprintstaffel mit Katharina Schuldt, Katharina Eich, Maria Herbinger und Valentina Steifensand. Die schnellen Vier wurden in ihrem Zeit­endlauf mit Saisonbestzeit  (47,70 Sekunden) Dritte und kamen auf Rang 20 der Gesamtwertung. Nur anderthalb Stunden blieben Katharina Eich, um sich auf die 200 Meter vorzubereiten. Und das erfolgreich: In 24,36 lief sie als Vierte ihres Vorlaufs Saisonbestzeit und kam auf Gesamtrang 18.

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