Leichtathletik Stefanie Dauber: Freudensprünge als Zugabe

Ulm / Wolfgang Scheerer 07.08.2018

Stabhochsprung – „das ist ihr Leben. Morgens, mittags, abends.“ Sagt der Trainer über Stefanie Dauber. Und jetzt bei der EM kommen die Freudensprünge. Zugaben für eine einmalige Saison: Mit ihren 31 Jahren hat sich die Athletin mit dem blonden Zopf den Karriere-Traum vom Fliegen erfüllt. Zum ersten Mal startet  sie bei einer großen internationalen Meisterschaft. Heute (19.05 Uhr/ZDF) steht im Berliner Olympiastadion die Final-Qualifikation auf dem Programm.

Dann ist wie vor rund zwei Wochen Bestleistung nötig, um in den Endkampf am Donnerstag zu kommen. Bei der Leichtathletik-DM in Nürnberg hatte sie die 4,45 Meter überquert, eine Steigerung um fünf Zentimeter und exakt die fürs EM-Ticket verlangte Norm. Maßarbeit mit dem Stab. Außerdem ist die deutsche Meisterin in Berlin dabei: Jacqueline Otchere von der MTG Mannheim.

Auch für sie ist es die EM-Premiere. Otchere ist neun Jahre jünger als Steffi Dauber vom SSV Ulm 1846, die Zukunft gehört der 22-Jährigen. Aber beide verbindet der Wow-Effekt: „Es ist unglaublich, hier dabei zu sein. Ich bin einfach nur megaglücklich“, sagt die Stabhochspringerin, die aus Wiesbaden stammt und erst vor knapp drei Jahren zu Trainer Wolfgang Beck nach Ulm kam.

Am Anfang war die Vier-Meter-Marke die größte Herausforderung. Beck erkannte ihr besonderes Talent, schätzt den Ehrgeiz und unterstützt es, wie Stefanie Dauber ihrer Leidenschaft alles unterordnet: Stabhochsprung ist ihr Leben. Über viele Jahre hat Beck viele Leichtathleten betreut und zu Erfolgen geführt.

Seit langem ist er selbst der Macher und Motor der Leichtathleten beim SSV Ulm 1846. Als Abteilungsleiter hat er es mit ermöglicht, dass Stefanie Dauber eine halbe Stelle in der Verwaltung des Vereins bekommen hat, wo sie sich ums Veranstaltungsmanagement kümmert.  Mit ihrer Größe von 1,68 Metern und dem kompakten Körper erinnert Steffi Daubers Figur eher an die einer Kunstturnerin. Ohnehin ist beim Stabhochsprung eine Portion Akrobatik nützlich. Auch das Training ist genau darauf ausgerichtet, verzichtet auf große konditionelle Arbeit. „Steffi muss körperlich sehr dosiert arbeiten. Und das heißt vor allem: springen“, sagt Wolfgang Beck über die Prioritäten.

Auch der Trainer und Abteilungsleiter ist in Berlin dabei. Aber nicht nur er. Im Stadion sind heute ja auch die beiden Ulmer Zehnkämpfer Arthur Abele und Mathias Brugger in Aktion. Mentale Verstärkung für Stefanie Daubers nächste EM-Mission.

Abele und Brugger legen los

Die EM-Zehnkämpfer mit den Ulmern Arthur Abele und Mathias Brugger haben heute bereits drei Disziplinen absolviert, die 100 Meter (9.25 Uhr), den Weitsprung (10.30 Uhr) und das Kugelstoßen (11.50 Uhr) und sind gerade beim Hochsprung (18.30 Uhr), wenn die Stabhochspringerinnen im Olympiastadion starten. Tag eins für die Mehrkämpfer endet mit den 400 Metern (21 Uhr). Morgen folgen Hürdensprint (9.35 Uhr), Diskuswurf (10.20/11.40 Uhr), Stabhochsprung (12/13.15 Uhr), Speerwurf (17.50/19 Uhr) und die abschließenden 1500 Meter (21.35 Uhr). Nur 55 Minuten vorher um 20.40 Uhr läuft die vierte EM-Teilnehmerin des SSV 46, Alina Reh, die 10 000 Meter.

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