Gerade einmal sein zweites Jahr spielt Maximilian Güßbacher beim Eishockey-Landesligisten VfE Ulm/Neu-Ulm. Doch der 22-jährige Torwart hat sich schnell den Respekt bei den Kameraden verschafft. „Er hat ein Riesen-Standing im Team“, sagt Geschäftsführer Patrick Meißner. Zumal Güßbacher trotz seines jugendlichen Alters nicht zur Kategorie der „jungen Wilden“ zählt. „Er ist bodenständig und hat eine wahnsinnige Coolness. Er gibt dir als Verteidiger viel Sicherheit“, lobt Meißner.

Die Devils scheinen mit Güßbacher das goldene Los gezogen zu haben. Der gebürtige Landsberger hatte die Juniorenmannschaften des heutigen Bayernligisten HC Landsberg, die U 14 beim ESV Kaufbeuren und schließlich die U 16 und U 18 der Augsburger Panther durchlaufen. Mit dem älteren Nachwuchsjahrgang der Fuggerstädter war er sogar in die Deutsche Nachwuchsliga (DNL) aufgestiegen. Nach der Rückkehr nach Landsberg wurde er in der Bayernliga auf Anhieb zum besten Nachwuchsspieler der Saison gewählt. Doch dann ließ ihn der neue HC-Trainer links liegen. Güßbacher: „Er setzte nicht auf die Nachwuchsspieler.“

Zwei Spielzeiten auf der Ersatzbank

Zwei Spielzeiten verfolgte er das Geschehen von der Ersatzbank aus. „Ich wollte aber Spielpraxis sammeln und wieder in Tritt kommen“, erzählt er. Da kam die Anfrage von VfE-Trainer Robert Linke, mit dem er im Sommer in einer Inlinehockey-Mannschaft zusammen gespielt hat, gerade recht. „Ich wusste über den VfE nur, dass der Klub in der Landesliga spielt“, sagt er.

Inzwischen kommt er aus dem Schwärmen über seine neue sportliche Heimat nicht mehr heraus. „Hier ist der Verein, das Umfeld, eigentlich alles top. Wenn du etwas in medizinischer Hinsicht oder bei der Ausrüstung benötigst, wird sich darum gekümmert. Das ist so selbst bei manchen Bayernligaklubs nicht gegeben“, sagt Güßbacher.

Wenn nur der Nebel nicht wäre

Einziger Wermutstropfen ist die typische Ulmer Wetterlage. „Hier ist es ein wenig nebliger“, meint er augenzwinkernd. Was aber bei dem Landschaftsgärtner mit Wohnort Senden aufgrund seiner „Bierruhe“ nicht aufs Gemüt schlägt. „Es ist trotzdem schön hier. Die Leute sind alle freundlich“, fügt der bayrische Juniorenauswahlspieler hinzu.

Einige der damaligen Mitspieler wie etwa die Stürmer Maximilian Daubner (Red Bull München) und Marco Sternheimer (Augsburg Panther) wirbeln nun in der Deutschen Eishockey-Liga. „Es ist natürlich ein Traum, sein Hobby einmal zum Beruf zu machen“, verkündet der Goalie. Allerdings muss er dazu seine „Trainingsfaulheit“ (Zitat Meißner) ablegen. „Das ist noch ein wenig aus meiner Juniorenzeit, als die Konkurrenz gefehlt hat, im Hinterkopf bei mir abgelegt“, gibt er zu. „Im Training bin ich etwas zurückhaltender und drehe dann im Spiel auf.“

65 Minuten vor Spielbeginn geht es aufs Eis

Bei den Devils, bei denen er noch für die kommende Saison einen Vertrag hat, ist er die Zuverlässigkeit in Person. Linke und Co. können die Uhr nach Güßbacher stellen. Immer 65 Minuten vor dem Start der Partie betritt er zum Warmmachen das Eis. Das soll sich noch mindestens sechs Mal in dieser Runde wiederholen. Dann wäre der Aufstieg in die Bayernliga nämlich geschafft. Güßbacher: „Das Potenzial ist auch wegen der beiden verfügbaren Eisflächen groß. Es muss aber langsam aufgebaut werden. Sonst besteht die Gefahr, dass es so läuft wie bei den Vorgängervereinen.“ Zur Erinnerung: Die wurden finanziell alle gegen die Wand gefahren.

Drei Punkte aus zwei Spielen nötig


Auf Maximilian Güßbacher wird es auch in den letzten beiden Partien der Devils (22 Punkte aus zwölf Begegnungen) in der Bayernliga-Aufstiegsrunde ankommen. In den Heimspielen im Eisstadion Neu-Ulm an diesem Freitag (20 Uhr) gegen den siebtplatzierten EV Dingolfing und am kommenden Sonntag (18 Uhr) gegen den neben dem ESC Haßfurt schärfsten VfE-Verfolger EV Moosburg (beide 19 aus 13) soll die Qualifikation für die Playoffs der vier Top-Mannschaften endlich in trockene Tücher gebracht werden. Dafür würden  mindestens drei Punkte aus den beiden Spielen ausreichen.