Tischtennis Spannung statt Timo Boll

Staunende Kinderaugen: Dreimal durften die Tischtennis-Fans in der Ratiopharm Arena Tischtennis-Star Timo Boll bewundern. Am 5. Januar haben andere Akteure die Chance auf Bewunderung.
Staunende Kinderaugen: Dreimal durften die Tischtennis-Fans in der Ratiopharm Arena Tischtennis-Star Timo Boll bewundern. Am 5. Januar haben andere Akteure die Chance auf Bewunderung. © Foto: Oliver Schulz
Ulm / Gerold Knehr 04.12.2018

Drei Mal war Timo Boll mit Borussia Düsseldorf in den vergangenen drei Jahren beim Final Four um den deutschen Tischtennis-Pokal in der Ratiopharm-Arena. Drei Mal himmelten sportbegeisterte Kinder den Superstar des deutschen Tischtennis, der mit seinen 37 Jahren in der gestern veröffentlichten neuen Weltrangliste nach wie vor auf Platz drei geführt wird, an. Drei Mal war der Odenwälder, der vor einigen Wochen zum siebten Mal Europameister geworden war, Garant für sportliche Qualität. Drei Mal holte er mit Borussia Düsseldorf in Neu-Ulm den Titel.

Ein viertes Mal wird es in Neu-Ulm – zumindest in der laufenden Saison – nicht geben. Wenn am 5. Januar 2019 (ab 11 Uhr) zum vierten Mal in Folge das Final-Four-Turnier in der Arena beginnt, werden Boll und seine Düsseldorfer Borussen, die in den vergangenen Jahren so gut wie jeden Titel abgeräumt haben, fehlen. Denn der ASV Grünwettersbach, in der Bundesliga nicht mehr als ein Hinterbänkler, sorgte mit seinem 3:2-Erfolg im Viertelfinale gegen den „FC Bayern des Tischtennis“ für eine dicke Überraschung.

„Es war ein unfassbarer Abend. In unserer Halle herrschte eine Riesenstimmung. Die Fans haben unsere Jungs im Schlussdoppel zum Erfolg getragen“, schwärmt Martin Werner, der Manager des südlich von Karlsruhe gelegenen Klubs, auch zweieinhalb Wochen danach. Es war der erste Sieg der Vereinsgeschichte gegen ein von Boll angeführtes Team.

Außer Grünwettersbach haben sich der TTC Grenzau, in der ewigen Bundesliga-Tabelle die Nummer zwei hinter Düsseldorf, der SV Werder Bremen und die TTF Ochsenhausen für die Pokalrunde der letzten Vier qualifiziert. Ohne Düsseldorf werden die Karten ganz neu gemischt. „Der ASV hat mit seinem Pokalcoup ein wahres Tischtennis-Feuerwerk ausgelöst. Jeder will die Chance auf den Titel ergreifen“, sagt Kristian Pejinovic, der Präsident der Oberschwaben, dessen Team im Halbfinale auf Grenzau trifft.

Zahlreiche Spitzenspieler dabei

Statt des Faktors Boll steht nun also die sportliche Spannung im Vordergrund.  „Alle brennen darauf, Pokalsieger zu werden. Das Feld ist sehr ausgeglichen und attraktiv“, sagt Nico Stehle, der Geschäftsführer der Tischtennis-Bundesliga (TTBL). Auch ohne Düsseldorf sind zahlreiche Spitzenspieler dabei. Ochsenhausen etwa tritt mit dem Weltranglisten-Sechsten Hugo Calderano (Brasilien) und dem Franzosen Simon Gauzy, der auf Platz 23 notiert ist, an. Von der Papierform gelten die TTF als Favoriten. Auch wenn Trainer Dimitrij Mazunov warnt: „Alle Mannschaften sind zu beachten. Ein Vorteil für uns könnte sein, dass wir quasi vor der Haustüre spielen. Letztlich wird es auf die Tagesform ankommen.“ Auf die hofft auch Grünwettersbach Boss Werner. „Unsere Spieler sprechen jetzt schon von Ulm. Wir wollen das Finale genießen. An einem guten Tag stehen die Chancen in jedem Spiel 50:50.“

Mehr Karten abgesetzt als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr

Knapp 4000 Zuschauer waren vor einem Jahr beim Final Four um den deutschen Tischtennis-Pokal in der Ratiopharm-Arena – ein neuer Rekord für diese Sportart. Für die vierte Veranstaltung am 5. Januar (11 Uhr) will die Deutsche Tischtennis-Liga als Ausrichter die 4000er-Marke erstmals überschreiten – auch ohne Timo Boll und Borussia Düsseldorf. Die TTF Ochsenhausen als „Lokalmatador“ rechnen mit zahlreicher Unterstützung ihrer Anhänger. Bislang wurden im Vorverkauf knapp 3000 Karten abgesetzt, das sind mehr als zum gleichen Zeitraum im Vorjahr.

Im Halbfinale spielen am Samstag, 5. Januar um 11 Uhr der TTC Grenzau gegen die TTF Ochsenhausen und der ASV Grünwettersbach gegen den SV Werder Bremen. Das Finale findet gegen 14 Uhr statt. Tickets gibt es in der Schalterhalle der SÜDWEST PRESSE, Frauenstraße 77 sowie online unter ttbl.de/tickets/pokal-finale

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