Skicross Skicross: Bohnacker ist zurück

Vom SC Gerhausen wieder zurück in den Weltcup: Der schon vor dem Saisonstart verletzte Skicrosser Daniel Bohnacker trainiert fleißig auf sein Comeback hin.
Vom SC Gerhausen wieder zurück in den Weltcup: Der schon vor dem Saisonstart verletzte Skicrosser Daniel Bohnacker trainiert fleißig auf sein Comeback hin. © Foto: dpa
Alexander Finck 29.12.2016

Deutschlands erfolgreichster Skicrosser Daniel Bohnacker ist wieder zurück auf der Skipiste. Nach überstandenen Bänderrissen am rechten Sprunggelenk und rechtem Mittelfuß sowie erfolgreicher Rehabilitation steht der technisch versierte Skifahrer wieder in den Skischuhen und bereitet sich auf das kommende Jahr vor.

„Die Reha verlief sehr gut. Der Fuß machte relativ gute Fortschritte und heilte sehr gut“, behauptet der 26-Jährige. Für den Wintersportler aus Westerheim galt es nach seiner Verletzung, die er sich im Training vor gut sechs Wochen zuzog, schnell zu reagieren und so wenig Kraft wie möglich zu verlieren. Deshalb trainierte Bohnacker schon vier Tage später wieder mit aller Kraft.

Der Sportler des SC Gerhausen besuchte, um seinen rechten Fuß wieder einsatzfähig zu machen, den Olympiastützpunkt in Stuttgart und erhielt dort spezielles Oberschenkeltraining und mindestens zweimal Physiotraining am Tag. „Wir wollten langsam wieder meinen Fuß belasten und haben zusätzlich mit einem Laufband trainiert, das mein Körpergewicht reduziert“, sagte Bohnacker. Der ganze Rehabilitationsprozess war für den deutschen Skicrosser „kein großes Hexenwerk“, denn Bohnacker war „immer einen Schritt dem Reha-Plan voraus“ und konnte somit schneller als erwartet zurück auf die Piste.

Daniel Bohnacker freut sich diebisch, endlich wieder im Schnee zu fahren. „Ich bin sehr glücklich wieder zurück zu sein. Zurzeit betreibe ich therapeutisches Skifahren, das aus vielen Vor- und Rückbewegungen besteht und mich langsam wieder an den Schnee gewöhnt“, sagte der Wirtschaftsinformatiker, der die Beanspruchung seines Fußes stückweise steigern will: „Beim ersten Training im Schnee stand ich nur 45 Minuten in den Skischuhen, danach eine Stunde und dann eineinhalb Stunden. Von Training zu Training wird es mehr und mehr und immer besser. Ich will meinen rechten Fuß langsam an die volle Belastung bringen.“

Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, wie es für Bohnacker weitergehen wird: Er wird wieder vermehrt auf der Skipiste trainieren und dabei auch öfter sich im Slalom, seiner ursprünglichen Spezial-Disziplin, und in Sprüngen über Schanzen wagen. „Ich versuche den Weltcup Mitte Januar anzupeilen, um dort wieder mitzufahren“, sagte der Olympiateilnehmer von 2014.

Dennoch werde die Entscheidung auch in Absprache mit den Trainern darüber erst kurz vor dem Wettkampf fallen, ob Bohnacker den Weltcup nur als Training mitfährt oder daran teilnimmt.

Falls es für den Weltcupsieger von 2011 nicht klappen sollte, ist sein Hauptziel weiterhin die Weltmeisterschaft im März: „Der Weltcup wäre kein Beinbruch, viel wichtiger ist es, dass ich bis März wieder hundertprozentig fit bin.“

Doch eines gilt für den erfolgreichsten deutschen Skicrosser mit oder ohne Weltcup-Teilnahme im kommenden Jahr: „Im Fokus ist natürlich, dass der Fuß hält und heil bleibt.“

Wettkampfkalender 2017

Sollte der gebürtige Blaubeurer Daniel Bohnacker im Januar wieder an den Start bei einem Weltcup gehen, könnte es vom 14. bis 15. Januar im italienischen Watles oder vom  21. bis 22. Januar im französischen Wintersportort Megève in den Savoyer Alpen der Fall sein. Weitere mögliche Termine im Frühjahr 2017 sind für den Deutschen die Weltcups in Feldberg vom 3. bis 5. Februar, eine Woche später in Schweden und vom 24. bis 25. Februar im russischen Sunny Valley. Die Krone des besten Skicrossers der Welt wird schließlich in der spanischen Sierra Nevada, bei der Snowboard- und Freestyle-Ski-WM, am 18. März vergeben – bei der will Bohnacker antreten.