Biathlon Schwestern wieder vereint

Ruhpolding / Von Ute Gallbronner 12.10.2018

Ein Jahr ist es jetzt her, da musste Biathletin Mareike Braun beim Nordcup wegen großer Rückenschmerzen aufgeben. Mehrere ärztliche Untersuchungen brachten dann die niederschmetternde Gewissheit: Startverbot für den gesamten Winter. Am vergangenen Wochenende stand sie nun erstmals wieder mit ihrer Schwester Sabrina am Start eines nationalen Wettkampfs.

Wieder war es der Nordcup und wieder ging es nicht gut los. „Ich hab’ Schmerzen“, sagte die 18-Jährige, nachdem sie beim Wettkampf auf Skirollern in der klassischen Technik hatte aufgeben müssen. Nach der zweiten Runde auf der anspruchsvollen Runde in Ruhpolding war Schluss. Denn die Maßgabe der Trainer ist klar: Sobald der Rücken weh tut, muss sie aufhören. „Kaputtmachen kann ich aber nichts“, sagte die 18-Jährige mit einer Portion Galgenhumor: „Ist ja auch was“.  Beim Rollern im klassischen Stil, was bei den Biathleten nur fürs Training und eben beim Nordcup gefragt ist, und beim Laufen ist die Belastung für den Rücken größer als auf Skiern.

Viel Zeit hat Mareike Braun vor allem mit speziellen Kräftigungsübungen, Physiotherapie sowie langen Einheiten auf dem Rad verbracht. Stück für Stück ging es zurück zum Schießen, wieder auf Ski und Roller. Da sie wegen einer Verletzung nicht starten konnte, hat sie ihren Kader-Status beim Deutschen Ski-Verband behalten, nimmt vorerst aber nicht an den Lehrgängen des Nachwuchskaders teil.

Sabrina Braun war nach den 9,9 Kilometern auch nicht überschwänglich glücklich. Sie hatte den sechsten Platz der Jugend 18/19 belegt. „Ich bin zu schnell angegangen“, analysierte die 18-Jährige und fing dann gleich an, ihre Schwester aufzubauen. Doch Mareike wäre nicht Mareike, wenn sie am nächsten Tag nicht an der Startlinie gestanden hätte. Die Aufgabe an Tag zwei: ein echter Biathlon-Wettkampf, und zwar der Sprint.

 Es wurde zu einer Demonstration der alten Stärke. Am Ende setzte sich Sabrina auf der sechs Kilometer langen Strecke in 18:00,2 Minuten (1 Fehler) durch. Ihre Schwester hatte ebenfalls nur ein Ziel verfehlt und wurde in 18:10,7 Minuten Zweite.

Auch am letzten Tag waren die beiden nahezu im Gleichschritt unterwegs. Dieses Mal beim Crosswettkampf, der im Massenstart über fünf Kilometer ausgetragen wurde. Allerdings zielten sie auch am Schießstand in trauter Einigkeit daneben. Da es gleich vier Schießen gab, war an einen Sieg nicht zu denken. In 30:05,2 Minuten lief Sabrina mit acht Fehlern auf Rang vier, Mareike (30:33,7/7) wurde Sechste.

In der Gesamt-Rangliste, die als erste Wertung in den Deutschland-Pokal 2018/19 eingeht, bedeutete das für Sabrina Rang drei und für Mareike Rang neun. Viel wichtiger aber war beiden, dass sie endlich wieder gemeinsam beim Wettkampf unterwegs sein durften – und Mareikes Rücken zwar nicht alles, aber zumindest einiges mitgemacht hat. Der Winter kann jedenfalls kommen.

Info Seit kurzem haben die Braun-Schwestern auch eine eigene Homepage: www.braunies-biathlon.de.

Weitere Ergebnisse des DAV Ulm

Jugend 17 Lisa Kohler hat den Nordcup als Gesamt-Neunte abgeschlossen. Neun Strafrunden beim Cross-Wettkampf am Sonntag waren zu viel (33:39,7/13.). Beim klassischen Langlauf wurde sie Elfte, im Sprint 13.

Jugend 16 Sauer war Charlotte Gallbronner. Platz acht im ungeliebten Klassisch-Lauf ging noch in Ordnung, doch sie patzte beim Freistil-Sprint mit gleich sechs Schießfehlern (17.). Mit Platz vier beim Cross (31:57,2/6) betrieb sie trotz erneut vieler Fehler im Stehendschießen Schadensbegrenzung. In der Gesamtwertung wurde sie Achte. Mara Biedenbach liegt auf Platz 15. Neun Fehler im Cross (18.) verhauten ihr die bis dahin gute Bilanz (11./13.).

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