Ratiopharm Arena Ratiopharm Arena: Zwei Sport-Gipfel innerhalb von 24 Stunden

Manuela Harant und Gerold Knehr 04.01.2018
Am Wochenende geben sich zwei völlig unterschiedliche Sportarten die Klinke in die Hand – eine logistische Herausforderung.

Ein Puffer von eineinhalb Stunden. Viel mehr ist es nicht an Zeit, die Richard King zur Verfügung hat, falls in der Nacht vom Dreikönigstag auf Sonntag was schief­laufen sollte. „Aber da kann eigentlich nichts passieren, wir sind ein eingespieltes Team“, beruhigt der Vermarker und Pressesprecher der Ratiopharm Arena. „Trotzdem ist es eine logistische Herausforderung“, sagt King. Gemeint ist die kurze Zeitspanne zwischen dem Final Four im Deutschen Tischtennis-Pokal am Samstag ab 11 Uhr und der EM-Generalprobe der deutschen Handballer gegen Island am Sonntag um 14 Uhr.

Dabei hätte die Arena in Neu-Ulm neben der Turn-Gala (Donnerstag), dem Tischtennis-Pokal und dem Handball-Länderspiel theoretisch sogar noch eine weitere  Sportveranstaltung am Dreikönigs-Wochenende beheimaten können: Der Alko-Cup des SSV Ulm 1846 Fußball ist jedoch in Abstimmung mit dem Arena-Betreiber auf den 25. Februar ausgewichen. Nun also kleiner Plastikball und harziger Lederball statt schnödem Fußball in der größten Multifunktionshalle der Region.

Und die beiden Sportarten sind der Renner: Das Handballspiel ist mit mehr als 5000 Zuschauern bereits ausverkauft, für Tischtennis gibt es bei einer Gesamtkapazität von 3500 Besuchern nur noch einige wenige Restplätze. „Und das auch  nur, weil wir den Saalplan extra vergrößert haben“, erklärt King. Wer noch dabei sein will, muss sich sputen. Gut möglich, dass am Samstag die Tageskasse gar nicht mehr geöffnet wird.

Der eigentliche Vorteil der Ratiopharm-Arena sorgt hier für zusätzliche Arbeit: In der Nacht von Samstag auf Sonntag muss auch ein Teil der Teleskop-Tribüne wieder ausgefahren werden. Die Hauptarbeit des zehnköpfen Auf- und Abbauteams wird allerdings bei der Belegung des Bodens liegen. „Den Untergrund bildet ein einfacher Parkettboden, auf den ein ganz dünner Tischtennis-Boden aufgelegt wird“, erklärt King. Wenn spätestens um 20 Uhr das Spektakel mit Timo Boll und Co. vorbei ist, beginnt für seine Truppe die Hektik: „Wir werden die ganze Nacht durcharbeiten und den Tischtennis-Belag durch den Handballboden austauschen. Bis spätestens 11 Uhr am Sonntagvormittag sollten wir fertig sein.“ Genau pünktlich, denn um 12.30 Uhr ist bereits Einlass für die Fans der „Bad Boys“.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Das Pokalfinale im Tischtennis wird bereits zum dritten Mal in Folge in der Arena ausgetragen. Die Tischtennis-Bundesliga (TTBL) als Veranstalter fühlt sich an der Donau gut aufgehoben und verlässt sich ganz auf das Ulmer und Neu-Ulmer Knowhow. „Wir als TTBL haben gar nicht die Manpower, um die Organisation alleine zu stemmen“, räumt Johannes Eickhoff, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ein. Unterstützt wird der TTBL nicht nur vom hiesigen Hallenbetreiber, sondern auch von etlichen Volunteers. Am Freitag beginnt der Hallen-Aufbau, am späteren Nachmittag werden die vier Teams Borussia Düsseldorf, Werder Bremen, 1. FC Saarbrücken und TTF Ochsenhausen die Möglichkeit haben, sich beim Abschlusstraining mit den Gegebenheiten in der Halle anzufreunden.

Besonders freuen darf sich der Nachwuchs der TTG Walldorf. Die jüngsten Mitglieder des badischen Tischtennis-Vereins dürfen als Ballkinder ihre Vorbilder wie Timo Boll (Düsseldorf) und Simon Gauzy (Ochsenhausen) in die Halle führen.

Die Hallen-Crew hat nach dem Handball-Länderspiel am Sonntagabend noch längst nicht Pause. Kurz nach der Schlusssirene beginnt der Umbau für eine irische Tanzshow am Montag.

Sportgymnastik im Rahmenprogramm

Die Doppelveranstaltung am Samstag und Sonntag bietet nicht nur Tischtennis und Handball. Zwischen dem Halbfinale um den deutschen Tischtennis-Pokal (11 Uhr) und dem Endspiel (etwa ab 15 Uhr) haben die Rhythmischen Sportgymnastinnen der TSG Söflingen einen Auftritt im Rahmenprogramm. Mit dabei ist auch Noemi Peschel. Die Tochter von Trainerin Magdalena Brzeska gehört dem deutschen B-Kader an.  gek