Rio war gestern – Tokio ist morgen. Eigentlich werden die Olympischen Spiele ja erst in vier Jahren vom 24. Juli bis 9. August 2020 ausgetragen. Doch schon jetzt hatte die Leichtathletikabteilung des SSV Ulm 1846 geladen, und die Stadtspitze sowie zahlreiche Förderer und Partner kamen in die Räume der Sparkasse Ulm zu einem Empfang – darunter die Protagonisten vom Zehnkampfstützpunkt Ulm. An der Spitze Aushängeschild Arthur Abele, Olympiateilnehmer von Rio de Janeiro und seine Trainingspartner Mathias Brugger, Tim Nowak, Manuel Eitel und Maximilian Vollmer.

Im Jahr 2011 begann die Erfolgsstory der Ulmer Zehnkämpfer mit dem Projekt „Der Weg nach Rio“, das zum Ziel hatte, mindestens einen Ulmer Athleten als Teilnehmer bei Olympia dabei zu haben. Mittels eines Sponsorenpools gelang es, die in jedem Jahr steigenden Anforderungen zu erfüllen, und Zehnkämpfer Abele schaffte tatsächlich die Qualifikation für Rio. „Damit war das Projekt Rio 2016 ein voller Erfolg“, betonte Wolfgang Beck, Abteilungsleiter Leichtathletik vom SSV 46, in seinen Begrüßungsworten an die zahlreichen Gäste: Unter anderem von der Stadt Ulm Oberbürgermeister Gunter Czisch und Gerhard Semler, Abteilungsleiter Bildung und Sport, Hausherr und Gastgeber Manfred Oster, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ulm, Präsident Willy Götz vom SSV 46 sowie eine Vielzahl Vertreter von Firmen aus dem Sponsorenpool.

Noch nie waren die Athleten vom SSV 46 so erfolgreich wie in den zurückliegenden Jahren: Silber bei den Hallen-Europameisterschaften 2015 (Abele), Bronze bei der Hallenweltmeisterschaft 2016 (Brugger), jeweils Bronze bei der U-20-WM 2014 und bei der U-20-EM 2013 (Nowak), Bronze bei der U-20-WM 2016 und Gold beim Hallen-Länderkampf (Eitel). Diese Erfolgsstory soll nun ihre Fortführung finden, darauf wies Abteilungsleiter Beck hin. „Mittlerweile gilt der Zehnkampfstützpunkt Ulm in Deutschland als Aushängeschild“, sagte Christopher Hallmann, Coach und Bundestrainer Zehnkampf der Altersklasse U 20 und U 23.

Abele mit langem Atem

Von den Top-Könnern bis in die Nachwuchsklassen zählen die Mehrkämpfer des SSV 46 deutschland-, europa- und weltweit zur Spitze. „Begleiten Sie die Topathleten, werden Sie Teil des Teams“, lautet deshalb der Appell an alle Sponsoren. „Wir brauchen die Wirtschaft und Industrie. Leistungssport ist harte Arbeit“, bemerkte Beck.

Durch gezielte Integration von Nachwuchsathleten wie Fynn Zenker, Luca Dieckmann, Elias Jungbauer und Philipp Kelterer in den Trainingsbetrieb der Topathleten wird es ermöglicht, eine kontinuierliche Leistungssicherung darzustellen. „Partnerschaften sollen einen direkten Bezug herstellen“, betont Trainer Hallmann und hofft auf eine „Sogwirkung“. Zehnkämpfer Abele versprach: „Ich mache auf jeden Fall weiter.“ Mit seiner Medaillen-Mission in Rio war der 30-Jährige gescheitert, der sich als nächstes großes Ziel die Olympischen Spiele 2020 in Tokio gesteckt hat.

In Brasilien wollte der Abele eigentlich Geschichte schreiben, mit dem 15. Platz im Zehnkampffinale blieb er freilich hinter seinen Erwartungen. Nicht nur für Abele sondern für alle Mehrkämpfer vom SSV 46 heißt es deshalb bis 2020 „höher, schneller, weiter“.