Neu-Ulm / Von Manuela Harant  Uhr
Nach der 11:62-Niederlage im letzten Heimspiel der Saison dominiert bei den American Footballern der Neu-Ulm Spartans die Erkenntnis: Das Team braucht dringend Verstärkungen.

Es waren eigentlich immer ähnliche Szenen, die sich am Samstag im Dietrich-Lang-Sportzentrum abspielten: Der  eine US-Import des designierten Regionalliga-Meisters Straubing Spiders, Quarterback Mark Wright, passt auf den anderen US-Import, Wide Receiver John Laureano, der sich galant und rasant durch die Reihen der Neu-Ulm Spartans schlängelte und letztlich locker zum Touchdown kam. Und Szenen wie diese sind der Grund, warum die Spartans bis zum vorletzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern mussten, während die Gäste vom Aufstieg in die 2. Bundesliga träumen dürfen.

„Was uns fehlt, sind diese herausragenden Einzelspieler, die das Team tragen, auch wenn es mal nicht so läuft“, erklärte der wiederholt ernüchterte Spartans-Chefcoach Daniel Koch nach der ebenso deutlichen wie verdienten 11:62 (9:41)-Niederlage gegen den Spitzenreiter der Regionalliga Süd. Der „Fehler“ liegt bei den Spartans im System: Nach dem Ausfall von Top-Quarterback Robin Otto früh in der Saison scheint das Team aus der Donau­stadt etwas führungslos. Der einzige Mann, der am Samstag etwas herausragte und mit einem starken Lauf zumindest einen Touchdown schaffte, war der US-Amerikaner Mac Retto, der allerdings nicht, wie seine Landsmänner von den Spiders, als College-Spieler nach Deutschland kam, sondern als Student erst vor gut einem Jahr an der Donau mit dem Football begonnen hat.

Zwar halten die Spartans die Klasse, weil Schlusslicht Franken Knights am Samstag mit einem 28:49 gegen die München Rangers auch ihre letzte Chance zur Aufholjagd verpasst haben, jedoch wissen die Verantwortlichen, dass in Neu-Ulm Handlungsbedarf besteht. Denn die Zuschauerzahlen sind angesichts der sportlichen Flaute bereits von mehr als 1000 auf knapp 350 Zuschauer gesunken. Der Euphorie der ersten Jahre ist schnell Ernüchterung gewichen.

Deshalb gilt es schon jetzt, die Weichen für die neue Runde zu stellen. „Wir werden uns auf der Trainerseite verstärken und suchen gerade nach einem neuen Trainer für die Offensive“, sagt Koch, der aktuell mit seiner Doppelrolle als Cheftrainer und Offensive-Coach nicht glücklich ist. Außerdem diskutiert die Vereinsführung aktuell, sich doch nach einem Topmann neben Robin Otto umzusehen. Beides macht Koch für die neue Runde zuversichtlich: „Wir werden nächstes Jahr stärker zurückkommen. Das verspreche ich.“

Die Lichtblicke in der Offensive

Auch wenn die Neu-Ulm Spartans eine Packung von 62 Punkten und damit neun Touchdowns vom Gegner bekommen haben, gelangen ihnen ein paar sehenswerte Aktionen. Der zwischenzeitliche Anschluss zum 3:7 gelang Jan Many-Ndengue per Fieldgoal aus fast 40 Yards Entfernung. Beim Touchdown zum 9:27 hatte sich Mac Retto bei seinem 45-Yards-Lauf gegen vier Straubinger durchgesetzt. Und die zwei Zähler zum 11:41 im dritten Viertel resultierten aus einer Safety gegen einen Ersatz-Quarterback der Spiders. mha