Fast 40 Jahre lang war Jochen Baisch fester Freier Mitarbeiter der SÜDWEST-PRESSE-Sportredaktion.  Bis ihn vor eineinhalb Jahren eine schwere Erkrankung jäh stoppte. Kurz vor seinem 78. Geburtstag ist seine gewichtige Stimme jetzt endgültig verstummt. Am Freitag wurde er auf dem Ulmer Friedhof im engsten Familien- und Freundeskreis beigesetzt.

Profundes Wissen in vielen Bereichen

Jochen Baisch war ein kluger, belesener Mensch mit weiten Interessensgebieten. Er besaß profundes Wissen in Landesgeschichte, Geographie, Philosophie und klassischer Literatur. Die Brücke zur Gegenwart war für ihn aber der Sport, in dem er aufging und der ihm als beredtem, aber im Grunde genommen doch sehr stillen Menschen zahlreiche Kontakte und etliche Freundschaften einbrachte, die er andernorts nur schwer fand.

Vom Handball-Torhüter zum Berichterstatter

Als Abiturient stand Baisch im Handballtor der TSG Ulm 46, die 1963 den Sprung in die höchste damalige Liga geschafft hatte und um die württembergische Meisterschaft spielte – oft vor über 1000 Zuschauern in der Donauhalle. In die Schlagzeilen schaffte er es, als er von seinem Göppinger Torwartkollegen auf kuriose Weise überwunden wurde: „Er stand unverständlicherweise weit vor seinem Heiligtum und hatte keine Chance zum Eingreifen“, schrieb die damalige Schwäbische Donauzeitung.
Nach seiner aktiven Laufbahn schrieb Baisch selbst die Schlagzeilen. Nicht nur im Handball und Hockey beim SSV 46, wo er zeitweise Abteilungsleiter bzw. Schriftführer war. Seine große Spielwiese war aber der Amateurfußball. Er begleitete zahlreiche Vereine aus dem Bezirk im Ligaalltag oder beim Stadtpokal. So war er Wegbegleiter des Aufstiegs des FV Illertissen in die Regionalliga. Die SWP-Sportredaktion muss nun ohne seine Expertise auskommen.