WM-Zehnkampf Mathias Brugger: Falscher Fuß und richtige Schmerzen

Mathias Brugger konnte den Zehnkampf verletzungsbedingt nicht abschließen.
Mathias Brugger konnte den Zehnkampf verletzungsbedingt nicht abschließen. © Foto: dpa
Ulm / sib/ws 14.08.2017
Der WM-Zehnkämpfer vom SSV 46 muss nach der Rückkehr aus London sein verletztes Knie untersuchen lassen.

Als es im Zehnkampf von London in die heiße Phase im Kampf um die Medaillen ging, stand Mathias Brugger in den Zuschauerrängen des Olympiastadions und sah seinen Mitstreitern zu. Wie sich der spätere Sieger Kevin Mayer aus Frankreich im Stabhochsprung im dritten Versuch über die Einstiegshöhe von 5,10 Metern wand. Und wie seine deutschen Teamkollegen Rico Freimuth (SV Halle) und Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) ihren Kurs in Richtung Silber- und Bronzemedaille fortsetzten.

Edelmetall – das wäre für Mathias Brugger ohnehin außer Reichweite gewesen. Die WM-Premiere aber hätte er allerdings sehr gern zu Ende gebracht, mit einem Resultat in Richtung des Mehrkampfs von Götzis, wo ihm 8294 Punkte das WM-Ticket beschert hatten. Doch es ging nicht. Er hatte Schmerzen an der Patellasehne am linken Knie. „Beim Einspringen für den Hochsprung habe ich es gemerkt“, sagte er. „Ich bin dann gleich zum Arzt gegangen, der das Knie betäubt hat. 1,90 Meter konnte ich noch springen, aber dann tat es zu sehr weh.“

Der Athlet vom SSV Ulm 1846 versuchte dennoch alles, stellte sich sogar auf der falschen Seite zum Anlauf an – mit Tipps vom niederländischen Konkurrenten Eelco Sintnicolaas – und sprang bei 1,93 Metern dreimal mit dem falschen Fuß ab. Ohne Erfolg: „Abspringen ging ja, aber dann wusste ich nicht so richtig, was ich machen soll.“ Zu den 400 Metern, mit denen Tag eins nach fünf Disziplinen abgeschlossen wird, trat der 25-Jährige wie berichtet nicht mehr an. Die Saison ist damit beendet. In der Uni stehen Untersuchungen des Knies an, anschließend wird die weitere Marschroute bestimmt. Nächstes großes Ziel: die Heim-EM in Berlin. Trainer Christopher Hallmann sagt: „Dort wollen wir dabei sein. Dafür werden wir jetzt weiter hart arbeiten.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel