Biathlon Lipowitz will zur Junioren-WM

Es ist zwar nur ein Schau-Wettkampf, trotzdem hat die Veltins-Arena bei Philipp Lipowitz Eindruck hinterlassen. 
Es ist zwar nur ein Schau-Wettkampf, trotzdem hat die Veltins-Arena bei Philipp Lipowitz Eindruck hinterlassen.  © Foto: Imago
Ulm/Dornstadt / Henri Gallbronner 08.01.2019

Die sportlichen Höhepunkte der Saison kommen für den Ulmer Biathleten Philipp Lipowitz noch, einen emotionalen hat er bereits hinter sich. Der 19-Jährige durfte bei der German Team Challenge auf Schalke starten. Mehr als 42 000 Zuschauer hatten die Stars der Szene vor dem Jahreswechsel ins Schalker Fußballstadion gelockt, dazu unzählige Fernsehzuschauer. Im Glanz des hochkarätig besetzten Rennens ging der Wettbewerb der besten deutschen Junioren fast unter.

Gestartet wurde in Zweier-Teams. Philipp Lipowitz hatte Franziska Pfnür aus Ramsau zugelost bekommen. Beeindruckend fand er vor allem die vielen Zuschauer: 35 000 waren bereits am späten Nachmittag im Stadion. „Man ist da schon im ersten Augenblick überwältigt“, sagte Lipowitz. Besonders die Lautstärke während des Schießens sei eine Umstellung. Denn bei Junioren-Wettbewerben bleibt man sonst doch eher unter sich.

Dazu kamen beim Shootout, dem reinen Schießwettkampf, der auf Schalke vor dem eigentlichen Rennen steht, Böllerschüsse und Flammenfontänen, die den Wettkampf eröffneten – was die Sportler zuvor nicht wussten. Zum Glück kamen die Frauen vor den Männern dran: „Wäre ich als erstes dagestanden, wäre ich ziemlich erschrocken“, meinte Lipowitz. So war er vorbereitet und beförderte am schnellsten alle 20 Schuss ins Ziel. Im Finale, bei dem die besten Herren gegen die besten Damen antraten, belegte er den zweiten Platz, Franziska Pfnür wurde Dritte.

Ihre guten Schießleistungen konnten die beiden zunächst allerdings nicht in den Massenstart hinüberretten: Nach dem dritten Schießen standen schon sechs Fehler zu Buche. Lipowitz sah den Grund in der anspruchsvollen und kurzen Laufstrecke: „Man kann nirgendwo rausnehmen“, sagte er. In seiner ersten Runde sei er einfach ein zu schnelles Tempo gegangen, wohl auch beflügelt von der Kulisse.

Doch nach dem zweiten Schießen der Damen starteten Lipowitz/Pfnür eine Aufholjagd: Beide schossen je zwei Mal null Fehler, nur im letzten Schießen setzte der Ulmer einen Schuss daneben. Am Ende stand ein vierter Platz. Damit war der 19-jährige Schüler, der sich am Skigymnasium im österreichischen Stams auf seine Matura vorbereitet, einigermaßen zufrieden: „Wir sind ja mit die Jüngsten gewesen.“

Am Wochenende steht für Philipp Lipowitz nun der Alpencup in Ridnaun an. In Südtirol will er sich am Montag für die Junioren-WM in Osrblie (Slowakei) qualifizieren. Bisher lief es nicht ganz zu seiner Zufriedenheit: „Die Saison hat ein bisschen holprig angefangen.“ Pech, aber auch Leichtsinnsfehler hätten sich gehäuft, so Lipowitz. So hatte er beim IBU-Junior-Cup in Lenzerheide nicht nur mit dem starken Wind zu kämpfen, sondern schoss auch noch „Crossfire“, also auf die Zielscheiben seines Nebenmanns. „Das ärgert einen als Sportler halt immer“, sagt er.

Fürs neue Jahr hat er sich nun vorgenommen, beim IBU-Junior-Cup konstant in die Top 15 zu laufen, was ihm in Frankreich zuletzt gelungen ist. Auch ein Platz unter den besten Zehn will er ab und zu ergattern: „Da ist noch Luft nach oben.“

In Ridnaun kämpfen vom DAV Ulm neben Lipowitz Marina Sauter, Lena Hanses, Mareike und Sabrina Braun um Tickets für die JWM.

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