Der ESC Ulm hatte beim 37. Top-12-Turnier doppelten Grund zum Jubeln: Die Umstellung auf 120 Wurf ist geglückt, und Eigengewächs Kirsten Ruß landete bei den Frauen auf dem dritten Platz. Es siegte die Serbin Sabina Sokac vom KC Schrezheim. Bei den Männern gab es einen Doppelerfolg der Schwabsberger Mathias Dirnberger und Manuel Lallinger.

Doch neben den kleinen Lichtblicken gab es auch die Schattenseite. Das Startfeld der jeweils 32 Frauen und Männer war nicht so stark wie die Jahre zuvor. Einige Spitzenspieler waren beim DKBC-Lehrgang für die WM in Deutschland und andere haben das lange Wochenende zur Erholung genutzt.

So waren Spitzenleistungen Mangelware. Im Vorlauf schafften Manuel Lallinger 650 Kegel und Denis Annasensl (jetzt SKC EHG Dornbirn) sehr gute 655 Kegel. Bei den Frauen kamen im Vorlauf nur Marion Frey, vom BC Schretzheim, mit 611 und Sabina Sokac mit 609 Kegeln über diese magische Hürde. Doch die Führende gab dem Veranstalter fürs Finale einen Korb, da sie am Finaltag in Bayern einen Bezirksmeisterschaftsdurchgang spielen wollte.

Nach dem Vorlauf lag Kirsten Ruß auf Platz vier. 582 Kegel musste sie dafür fällen. Die erst 17 Jahre junge ESC-Keglerin zeigte im Finale, nach anfänglicher Nervosität, ein für den Ulmer Anhang begeisterndes Spiel. Mit erzielten 564 Kegeln und 1146 Gesamtkegeln holte sie sich den dritten Platz. Sabina Sokac zeigte im Finale mit 577 Kegeln die beste Leistung und gewann mit 1186 Kegeln verdient vor der Ingolstädterin Carina Überle (569), die auf 1161 Kegel kam.

Einen Rekord der besonderen Art stellte die Ex-Ulmerin Monika Kopp, heute BC Schretzheim, auf. Sie hat das Top-12-Turnier sechsmal gewinnen können (erster Sieg 1985) und nimmt heuer zum 26. Mal teil. Sie erreichte das Finale mit 556 Kegeln und belegte am Ende den 11. Platz.

 Bei den Männern setzte sich Denis Annasensl im Vorlauf mit 655 Kegeln an die Spitze. Vater Dieter machte sich Hoffnung, dass sein Sohn dieses Turnier gewinnen könnte, bei dem er selber zehnmal teilnehmen durfte. Doch der Wunsch ging nicht in Erfüllung: Denis spielte im Finale 100 Kegel weniger – Rang acht.

Nun war der Weg frei für den Schwabsberger Manuel Lallinger, Vorlauf 650. Nach drei von vier Bahnen sah er wie der sichere Sieger aus. Ex-Nationalspieler Mathias Dirnberger, der zum siebten Mal in Ulm am Start war und 2012 den dritten Platz belegen konnte, lag nach dem Vorlauf nur 17 Kegel zurück und konnte den Rückstand bis dahin nicht entscheidend verringern.

Doch auf der letzten Bahn gelangen ihm im Abräumen mehrere Neuner und weg war der Rückstand. Er zog vorbei und gewann mit 1258:1251 Kegeln das 37. Ulmer Top-12-Turnier. Fabian Lutz aus Schrezheim konnte mit guten Leistungen (637 und 596) seinen dritten Platz halten.