Leichtathletik-EM Kampfgeist stimmt trotz „Salto nullo“

Drei ungültige Versuche im Weitsprung: Mathias Brugger vom SSV Ulm 46.
Drei ungültige Versuche im Weitsprung: Mathias Brugger vom SSV Ulm 46. © Foto: Kay Nietfeld/dpa
Berlin / Wolfgang Scheerer 08.08.2018

Es war ein schwacher Trost für den Ulmer EM-Zehnkämpfer Mathias Brugger, dass es gestern bei den Titelkämpfen im Berliner Olympiastadion nicht nur ihm so erging. Drei Fehlversuche im Weitsprung, ein so genannter Salto nullo, machten einen Tag nach seinem 26. Geburtstag alle Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden schon nach zwei Disziplinen zunichte.

Unmittelbar bevor Brugger beim dritten Versuch mit einer halben Fußlänge am Absprungbalken übertrat, hatte es auch den französischen Weltmeister Kevin Mayer, ebenfalls 26, mit drei ungültigen Versuchen als Favorit aus dem Feld katapultiert. Und im Diskusring passierte Olympiasieger Christoph Harting das gleiche Malheur: Er verpasste mit drei Fehlversuchen das Finale heute Abend.

Für Harting war Endstation. Brugger dagegen zeigte, obwohl jetzt durch den Verlust von mindestens 850 Punkten chancenlos, Kampfgeist und machte weiter. Beim Kugelstoßen demonstrierte er, was möglich gewesen wäre: 15,92 Meter bedeuteten persönliche Bestleistung, 60 Zentimeter mehr als je zuvor. „Besser so, als aufgeben“, sagte er später, als es für die Mehrkämpfer in die Mittags- und Ruhepause ging. Und er freute sich bei aller Enttäuschung zumindest mit Arthur Abele, dem Klubkollegen vom SSV 46, der nach den ersten drei Disziplinen auf dem Silber-Rang lag und Kurs auf eine Medaille nimmt.

Brugger war bereits bei der WM vergangenes Jahr in London der Pechvogel, als er nach der vierten Disziplin, dem Hochsprung, wegen Problemen mit der Patellasehne im Knie schon am ersten Tag hatte passen müssen. Und gestern? „Ich war eigentlich sehr fokussiert, aber das kann im Sport passieren. Ich bin vor jedem Versuch etwas zurückgegangen, trotzdem habe ich übertreten, vielleicht lag es an der guten Stimmung.“ Sollte heißen, Mathias Brugger wollte wohl ein bisschen zu viel.

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