Kampfsport CWS-Fight-Night: Kämpfe zwischen Espresso-Bar und Bademode

Ein Ring zwischen Espresso-Bar und Bademode: Etwa 600 Zuschauer waren am Sonntag nach Neu-Ulm in die Glacis-Galerie gekommen, um sich die 17 Kämpfe anzusehen.
Ein Ring zwischen Espresso-Bar und Bademode: Etwa 600 Zuschauer waren am Sonntag nach Neu-Ulm in die Glacis-Galerie gekommen, um sich die 17 Kämpfe anzusehen. © Foto: Felix Öchsler
Neu-Ulm / Sebastian Schmid 01.06.2017
Bei der CWS-Fight-Night in der Neu-Ulmer Glacis-Galerie kommen die 600 Zuschauer auf ihre Kosten. Fast alle Kämpfe gehen über die volle Distanz. Für die Lokalmatadore läuft es hingegen nicht sehr gut.

Die Premiere fand vergangenen Dezember in einem Zirkuszelt vor einem Möbelgeschäft statt, für die Fortsetzung der CWS Fight Night hatten die Veranstalter eine nicht minder ungewöhnliche Location auserkoren. Inmitten der Neu-Ulmer Glacis-Galerie, zwischen Espresso-Bar und Bademode, ging die Kampfsportveranstaltung am Sonntagabend über Bühne.

Etwa 600 Zuschauern waren in das Einkaufszentrum gekommen, um sich sechseinhalb Stunden lang die 17 Muay-Thai-Kämpfe anzusehen. Von einem Heimvorteil war für die Kämpfer des Ulmer „Team Dragan“ und des Neu-Ulmer „Mekong-Box-Gym“ nichts zu sehen. Sie alle verließen den Ring als Verlierer. Gleich zum Auftakt unterlag Maxim Klotschko (Team Dragan) in der Gewichtsklasse bis 78 kg Stefan Maike (Mendez Gym). Seinem Teamkollegen Tamim Shafiri erging es später in der 60-kg-Klasse gegen Jamil Hudajev (Team Mehdi) nicht besser.

Auch die beiden Mekong-Kämpfer Florian Willschka (80 kg) und  Hakim Rahimi (67 kg) konnten ihren Gegner nicht bezwingen. Rahimi musste in der zweiten Runde nach einem Kick von Angelo Inparaj (MTSF) auf den rechten Unterarm wegen einer Verletzung aufgeben. Es war einer der wenige Kämpfe, die vorzeitig beendet waren. Der Großteil ging über die volle Distanz, was die Veranstalter Andreas Hoffarth und Amer Osmanhodzic von CWS-Kickboxing in die Bredouille brachte. Denn die Stadt Neu-Ulm hatte die Veranstaltung, bei der 50 Polizisten vor Ort für die Sicherheit sorgten, nur bis 23 Uhr genehmigt. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte der Hauptkampf noch gar nicht begonnen.

Letztlich wurde aber ein Auge zugedrückt, so dass der WM-Kampf zwischen dem Brasilaner Amilcar Alves (Team Dragan) und Massimo de Lorenzo aus Göppingen stattfinden konnte. Allerdings konnte auch Alves die Ehre der Ulmer/Neu-Ulmer nicht retten und der Itailener de Lorenzo nahm den WM-Gürtel des Verbands AFSO bis 86 kg mit nach Hause.

Zuvor hatte Ilhan Cilinger vom Team Dragan den EM-Kampf (63,5 kg) gegen Dimi Zapanazidis verloren. Ebenso wie Maik Jung (79 kg) gegen Panaya Mee Suee den deutschen Meistertitel der AFSO verpasste. Den Sieg im Vier-Mann-Turnier um den vom Veranstalter ins Leben gerufenen CWS-Gürtel holte sich Simon Ballerini von der Muay-Thai Schule Frankfurt.

Auch wenn es für die Ulmer und Neu-Ulmer Kämpfer nicht wie geplant lief, konnten sich die Veranstalter über ein gelungenes Event freuen. „Wir haben kein Minusgeschäft gemacht“, sagte Hoffart. Da das Feedback der Sponsoren und Athleten durchweg positiv ausfiel, steht einer dritten Kampfnacht nichts im Weg. Nur die Location fehlt noch.