Ulm / gal  Uhr

Wenn der Deutschlandpokal in Ruhpolding Station macht, dann sind die ganz Großen der Biathlon-Szene immer besonders nah. Franziska Preuß, Gesamtsiegerin der Jugend 17 vor sechs Jahren etwa, lächelt überlebensgroß von der Tribünenmauer.

In dieser Altersklasse hat nach den letzten Wochenenden vor den deutschen Jugend-Meisterschaften Anfang März Mareike Braun vom DAV Ulm die Führung von ihrer Schwester Sabrina übernommen, die nach durchwachsenem Wochenende Zweite ist. Ein Sturz am Schießstand hat Sabrina Braun beim Massenstart am ersten Tag gebremst. Sie landete auf dem achten Platz (+2:16 Minuten/4 Fehler). Ganz vorne lief Mareike, die das Feld der jungen Damen im Griff hatte. Auch dank der besten Schießleistung (2 Fehler), was für die laufstarke Athletin in dieser Saison keine Selbstverständlichkeit ist.

Am zweiten Tag stand mit dem Super-Einzel dann ein neuer Wettkampf an. Fünf kurze Runden, jeweils 1,5 Kilometer lang, dazu vier Schießen. Für jeden Fehler gab‘s 15 Strafsekunden. „Ich fand‘s cool. Bei sowas haben die guten Schützen auch mal einen Vorteil“, sagte Marie Kast fest, die sich freute nach vielen Krankheiten endlich mal wieder dabei zu sein. Nach Platz 19 im Massenstart schnupperte sie bei der Jugend 18/19 wieder an den Top Ten.

„Es war ein schwieriger Wettkampf“, stellte Mareike Braun fest. Die Belastung werde immer höher, ergänzt Sabrina Braun, entsprechend das Treffen schwieriger. Was den Schwestern zum Verhängnis wurde, denn beide leisteten sich zum Abschluss drei Fehler, weshalb es am letzten Tag nur noch zu den Plätzen 10 und 13 reichte.

Entscheidung am Schießstand

Ähnliches Bild bei den jungen Männern, wo ebenfalls Sportler ganz oben standen, die während der Saison dort eher nicht zu finden waren. So hatten sich Florian Lipowitz und der Sachse Darius Lodl am ersten Tag noch einen packenden Zweikampf um den Sieg geliefert.

Der Ulmer hatte zum Schluss schlechter geschossen, kämpfte sich auf der letzten Runde wieder an Lodl heran, musste sich dann aber um 0,3 Sekunden geschlagen geben. Im Super-Einzel wurde er Dritter, wobei ebenfalls drei Fehler beim letzten Schießen den Ausschlag gaben.

Sein Bruder Philipp Lipowitz (Jugend 18/19) ließ in schöner Regelmäßigkeit bei beiden Wettkämpfen meist eine Scheibe stehen. Dies wirkte sich im Super-Einzel deutlicher aus: Auf Platz sechs im Massenstart folgte Rang neun. Trotzdem konnte auch Philipp Lipowitz der neuen Wettkampfform etwas Positives abgewinnen: „Das ist so ähnlich wie bei der Single-Mixed-Staffel im Weltcup.” Insgesamt also ziemlich spannend.