Tennis Gemeinsam nach den Sternen greifen

Die deutsche Ü-55-Damennationalmannschaft will die Tennis-Senioren-WM rocken: Helga Nauck, Katalin Böröcz, Kerstin Garcia und Kapitänin Ellen Neumann (v.l.).
Die deutsche Ü-55-Damennationalmannschaft will die Tennis-Senioren-WM rocken: Helga Nauck, Katalin Böröcz, Kerstin Garcia und Kapitänin Ellen Neumann (v.l.). © Foto: Volkmar Könneke
Alexander Finck 16.08.2018

Als bekannt wurde, dass die diesjährige Senioren-WM in Ulm und Neu-Ulm ausgetragen wird, konnte es Katalin Böröcz kaum erwarten, ihre drei Mitstreiterinnen wiederzusehen. „Ich habe mich wahnsinnig gefreut, und mir war klar, dass wir alle bei mir wohnen werden“, sagt Böröcz, die unweit der Tennis-Anlagen ihres Vereins TSG Söflingen wohnt. Da ihre Kinder nicht mehr im Haus sind, konnte sie jeder Spielerin ein eigenes Zimmer zur Verfügung stellen.

„Wir haben uns schon letztes Jahr auf Anhieb gut verstanden und harmonieren seitdem sehr gut“, sagt Kapitänin Ellen Neumann über das Ü-55-Team, das seit 2017 in dieser Besetzung spielt. Nicht umsonst landeten die vier Damen der deutschen Tennis-Nationalmannschaft vor einem knappen Jahr bei der Senioren-Weltmeisterschaft in Miami auf Platz zwei. Bei der Heim-WM will das Quartett um Böröcz und Neumann nun endlich den Titel gewinnen.

Während Böröcz und Neumann gemeinsam im Doppel spielen, stellen sich Helga Nauck und Kerstin Garcia jeweils im Einzel ihren Widersacherinnen. Mit dieser Aufstellung gewann das Quartett seine Gruppenspiele gegen Kanada und Estland jeweils glatt mit 3:0 und steht als Erstplatzierter nun im Halbfinale.

Dort treffen die deutschen Damen heute (8.30 Uhr) auf der Anlage des NTK Blau-Weiß Neu-Ulm auf die USA, gegen die sie schon in Miami gewonnen haben – allerdings erst nach großem Kampf. „Das wird eine große Herausforderung für uns“, sagt Neumann, „sie sind echte Doppelspezialistinnen. Aber wir werden auf alle Fälle auch schwere Geschütze auffahren.“ Dennoch sieht das Team dem Duell positiv entgegen. „Wir werden alles geben, dann können wir nach den Sternen greifen“, sagt Garcia. Das Endspiel ist für morgen angesetzt.

Vorteil für das Quartett

Für den diesjährigen Erfolg trainieren die deutschen Damen auf den Tennisplätzen des TSG Söflingen täglich mindestens ein bis zwei Mal. Im Gegensatz zu den anderen Nationen haben die Vier den Vorteil, sich intensiv auf ein Spiel vorbereiten zu können – die andere Teams können sich aufgrund des prallvollen Platzbelegungsplans nur 15 Minuten vor einem Match einspielen. „Da haben wir ziemlich Glück, dass Katalin hier selber spielt und der Verein uns die Plätze zur Verfügung stellt“, sagt Nauck, die amtierende Weltmeisterin im Einzel ist.

Abseits der WM bleibt noch ein wenig Zeit für die Damen, um beispielsweise gemeinsam zu kochen, „aber ich zeige auch alles Sehenswerte in Ulm“, sagt Böröcz, „das macht mich sehr stolz.“ Eine weitere Ehre für Böröcz wäre die Krönung zum Weltmeister der Tennis-Senioren, gemeinsam mit ihrem Ü-55-Team, in ihrer Heimatstadt.

Ebner mit Deutschland heute im Halbfinale

Die deutschen Ü-60-Herren stehen nach dem 3:0-Sieg gegen Großbritannien im WM-Halbfinale. Das Team um Lokalmatador Florian Ebner kämpft heute  ab 12.30 Uhr beim TSV Pfuhl gegen Australien ums Finale. Alexander Windisch, früher für Neu-Ulm aktiv, hat derweil mit dem deutschen Ü-50-Team gegen Frankreich 0:2 verloren und spielt heute beim NTK Neu-Ulm ab 12.30 um die Plätze 5 bis 8. af

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