Baseball Falcons Ulm mit neuem Trainer-Duo

Ulm / Detlef Groninger 07.02.2019

Den vermeintlich nächsten Schritt in eine rosigere Zukunft vermelden die IT sure Falcons Ulm, die Baseballabteilung des VfB Ulm. Mit einem Trainerduo soll in der neuen Saison vorzeitig der Bundesliga-Klassenerhalt realisiert werden. Nach dem kanadischen Spielertrainer Joseph „Joe“ Germaine, der mit den Wölfen aus dem fränkischen Lauf zuletzt Meister der Zweiten Liga Süd wurde, ist nun ein weiterer Coach verpflichtet. Mit dem Kubaner Arlen Barrera stößt ein zweiter Kommandogeber an der Seitenlinie hinzu. „Wir sind an einer längerfristigen Lösung mit einem deutschsprachigen Trainer auch für den Jugendbereich sehr interessiert“, sagt Falcons-Abteilungsleiter Florian Steinborn.

Barrera ist jetzt schon Feuer und Flamme für seine neue Aufgabe. „Ich kann mir durchaus vorstellen, nach einem Jahr mit meiner Familie nach Ulm zu ziehen. Der Verein und ich wollen uns aber zunächst einmal kennenlernen“, betont der 47-Jährige, der in Ilvesheim wohnt und in der Logistik bei einer bundesweit tätigen Sanitärfirma angestellt ist. Das Unternehmen betreibt auch eine Filiale in Ulm.

Barrera hatte in der vergangenen Saison den Falcons-Ligakontrahenten Mannheim Tornados, bei dem er zuvor Co-Trainer und jahrelang Übungsleiter im Jugendbereich gewesen ist, nach dem 18. Spieltag übernommen und mit einer Bilanz von 18 Siegen und nur vier Niederlagen souverän zum Klassenerhalt geführt. „Die Bilanz hat für sich gesprochen. Die Vorstandschaft des Klubs entschied sich aber für einen anderen Headcoach für die neue Saison. Deshalb bin ich gegangen“, meint Barrera.

Der Kontakt zu ihm kam über die bisherigen Ulmer Cheftrainer Senad Sekic und Georg Oberst zustande. Barrera kennt das Duo noch als Kontrahenten zu deren Bundesligazeiten bei den Heidenheimer Heideköpfen. Sekic und Oberst hatten bei ihm wegen möglichen Verstärkungen für den Falcons-Kader angefragt. „Wir hatten im Gespräch ähnliche Ansichten über die künftige Ausrichtung. Wir wollen hier langfristig etwas aufbauen und uns professioneller aufstellen“, begründet Steinborn die Verpflichtung von Barrera. So gab es bereits Telefonate zwischen dem Mann aus der Karibik und Germaine über die künftige gemeinsame Aufgabenverteilung. „Wir tauschen uns sehr regelmäßig über Spielzüge aus und ticken auch in die gleiche Richtung. Er muss ja aber spielen. An den Spieltagen selbst kümmere ich mich dann um die Strategie für die Partie“, fügt Barrera hinzu.

Intelligentes Spiel als Ziel

So wird Germaine die Trainingseinheiten am Dienstag und Donnerstag leiten, am Freitag kommt dann der Kubaner mit Mannheimer Dialekt, leitet die Übungseinheit und betreut das Team am Wochenende in Absprache mit dem Kanadier vom Spielfeldrand aus. „Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass die Ulmer Ergebnisse besser werden. Wir werden eine Mannschaft haben, die auch einmal den Großen der Liga Paroli bieten kann“, glaubt er. „Unser Ziel ist es, in Ulm intelligentes Baseball zu spielen.“

Dafür bringt er aus Mannheim mit  Estevenson Encarnacion, neben dem noch drei weitere Akteure mit Qualität verpflichtet werden sollen, einen  sehr guten Werfer mit an die Donau. Der 28-jährige britische Nationalspieler mit Wurzeln in der dominikanischen Republik hat eine Vergangenheit in der amerikanischen Minor League, der Vorstufe zur Major League, vorzuweisen. Barrera: „Er ist ein absoluter Top-Athlet.“ Er hält sich bei einem Londoner Erstligisten fit und reist dann zu den Spieltagen aus England an.

Zur Person

Arlen Barrera wurde am 10. März 1971 in Kuba geboren. Er spielte in seinem Heimatland in erster Linie als Fänger in der zweiten Liga. 1996 kam er nach Deutschland und dort dann auch in Mannheim mit dem Baseball in Berührung. Er trug in der Bundesliga für mehrere Vereine im Outfield das Trikot und wurde 1999 auch für das Allstargame nominiert. Mit Mannheim erreichte er 2001 das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Von 2003 ab spielte er dann für Lanzarote in der ersten spanischen Liga und kehrte 2011 nach Mannheim zurück. Bei den Tornados trainierte er Jugendmannschaften, bevor er 2016 Co-Trainer des Bundesligakaders wurde und ihn dann im Juni 2018 übernahm. dg

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