Mountainbike Erbacher Max Jehle mischt MTB-Szene auf

Furchtlos: Max Jehle bei der Abfahrt.
Furchtlos: Max Jehle bei der Abfahrt. © Foto: xxxxxx
Christian Kern 24.07.2018

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Und so genügt nur ein Blick an die Zimmertür von Max Jehle, um zu verstehen, wie sehr er mit seinem Hobby verbunden ist. Die Tür ist zugepflastert mit unzähligen Aufklebern von bekannten Radmarken und von seinen Wettkämpfen, die er bestritten hat oder noch bestreiten wird.

Max Jehle liebt den Radsport. „Ich kann auf dem Fahrrad abschalten, Spaß haben und einfach die Natur genießen“, berichtet er. Deswegen setzt er sich auch jeden Tag auf sein Rad und trainiert. Mindestens 70 Kilometer fährt er täglich. Und das obwohl jede Ausfahrt für ihn als Gehörloser ein gewisses Risiko darstellt. „Es ist schon schwierig für mich im Straßenverkehr“, meint er. Einmal habe ihn ein Auto auf der Landstraße bei einem unüberlegten Überholvorgang nur um Haaresbreite verpasst. Doch trotz der Widrigkeiten: Jehle will weiter trainieren, auch um sein großes Ziel zu verwirklichen.

Vom Motocross auf die Straße

Dass Jehle heute so fleißig Fahrrad fährt, war vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Nicht wegen seines Handicaps, das er bereits seit der Geburt mit sich trägt, sondern weil er gar keinen Bezug zu seinem heutigen Arbeitsgerät hatte. Stattdessen fuhr Jehle Motocross, doch irgendwann verlor er den Reiz. „Ich konnte nicht täglich aufs Motorrad und außerdem habe ich mich zu oft verletzt“, meint der 25-Jährige. Daher entschloss der Sportfanatiker sich, ein Rennrad zu kaufen und es damit zu probieren.

Auf die Idee, an Wettkämpfen teilzunehmen, kam er zunächst jedoch nicht. So brachte erst ein Freund im vergangenen Jahr den Stein ins Rollen. „Er hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, bei einem Rennen am Bodensee teilzunehmen und ich habe ganz spontan einfach Ja gesagt“, berichtet Jehle. Und schon bei seinem ersten Auftritt bei den deutschen Radsportmeisterschaften der Gehörlosen sorgte er für Furore: Trotz seines jungen Alters und der mangelnden Wettkampferfahrung gewann er völlig überraschend die Bronzemedaille bei den Herren.

Nach dem Event hatte Jehle das Radsportfieber endgültig gepackt. Der Nachwuchsfahrer schloss sich dem GSC Bodensee an und nahm an unzähligen Wettkämpfen teil. Dabei beschränkte er sich nicht mehr nur auf das Rennrad, sondern bestritt auch Rennen mit dem Mountainbike – mit noch größerem Erfolg: Jehle etablierte sich schnell in der bundesweiten Spitze, in diesem Jahr holte er sogar die deutsche Meisterschaft. Im Mai diesen Jahres wurde Jehle vom Deutschen Gehörlosen Sportverbund für seine Leistungen belohnt und für die Moutainbike-Europameiserschaft der Gehörlosen im belgischen Anhée. „Das war ein sehr schönes Event, ich habe viele neue Freunde gefunden“, resümiert Jehle. Und auch auf der Strecke war er in bestechender Verfassung: Mit der Teamstaffel holte der 25-Jährige die Bronzemedaille.

Und der Erbacher hat noch viel vor: „Ich will mich bei den nächsten Rennen weiter steigern“, sagt Max Jehle ehrgeizig. So will er sicherstellen, dass er auch bei seinem großen Ziel, den Deaflympics 2021, den Olympischen Spielen der Gehörlosen, in Topverfassung ist und eine Chance auf eine Medaille hat. Doch bis dahin will er noch unzählige Wettkämpfe bestreiten – auch um seine Sammlung an der Zimmertür weiter auszubauen.

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