Sein Saisonziel und somit die Pflicht hat Eishockey-Landesligist VfE Ulm/Neu-Ulm mit der Qualifikation für die Aufstiegsrunde erfüllt. Nun folgt mit der Chance auf den erstmaligen Sprung in die Bayernliga die Kür. Am Freitag (20 Uhr) wartet im Eisstadion Neu-Ulm zum Auftakt der 14 Etappen mit dem Bayernliga-Zwölften ERV Schweinfurt eine der vermeintlich drei höchsten Hürden, die aus dem Weg geräumt werden müssen.

Genügend Selbstbewusstsein

„Wir haben und machen uns keinen Druck. Wir wissen, dass wir einen guten Kader haben, sind aber nicht so herausragend, dass wir einfach durchmarschieren werden“, sagt  VfE-Erfolgstrainer Robert Linke vor dem Start der Aufstiegsrunde.

Mit nur vier Niederlagen in 18 Partien haben die Devils in der Punktrunde Selbstbewusstsein getankt. Linke hat aus dem gegenüber der Vorsaison, als die Aufstiegsrunde schon frühzeitig abgeschrieben werden musste,  kräftig umgebauten Kader längst eine funktionierende Einheit gebaut. Und mit dem Ulmer Kult-Crack Martin Jainz und Stürmer Timo Schirrmacher wurde die Mannschaft zu Beginn der zweiten Transferphase durch zwei Ex-Oberligaspieler sinnvoll verstärkt.

Der recht junge Kader verspricht noch genügend Entwicklungspotenzial. „Wir sind zu allem fähig, wenn die Spieler das in jedem Spiel abrufen, was sie können“, sagt Linke. „Ich muss aber ein wenig von einem Wunder sprechen, wenn uns der Aufstieg gelingt. Es wäre vermessen, sich auf Dauer mit dem Niveau von Passau zu vergleichen.“ Passau rutschte als Neunter in der Bayernliga noch in die ungewohnte Zitterschicht um den Klassenerhalt.

Trotzdem blüht beim VfE das zarte Pflänzchen Hoffnung auf die Realisierung des Husarenstreichs. Dazu wäre mindestens Platz drei in der acht Klubs umfassenden Aufstiegsrunde erforderlich.

Auch im Umfeld der Mannschaft hat sehr viel bewegt. Vorstandsvize Georg Meißner und sein Sohn Patrick Meißner, der in Personalunion Geschäftsführer, Marketingchef und Verteidiger beim VfE ist, haben mit ihren Helfern inzwischen Rahmenbedingungen geschaffen, die die Wettbewerbsfähigkeit auch eine Etage höher garantieren würden. Linke: „Als ich gekommen bin, gab es zwei Baustellen. Wir mussten am Kader etwas machen. Dass das dann so schnell funktioniert hat, hat keiner gewusst. Und wir haben eine andere Infrastruktur benötigt.“

In beiden Bereichen wurden mittlerweile Meilensteine für die Zukunft gesetzt. Der Etat des Gesamtvereins konnte dank der erfolgreichen Sponsorensuche auf 200 000 Euro erhöht werden. „Georg und Patrick haben mit ihrem Team einen sehr guten Job gemacht“, lobt Linke. „Was ich hier inzwischen sehe, stimmt mich sehr zuversichtlich.“

Lob vom Verband

 Beim Derby gegen den ESV Burgau 2000 hatten sich sogar Mitglieder des Deutschen Eishockey Bundes lobend über die Gegebenheiten in Neu-Ulm geäußert. Die schnellste Mannschaftssportart der Welt scheint in der Region wieder aus dem Dornröschenschlaf erweckt worden zu sein. Linke, seit November 2017 in Amt und Würden bei den Devils: „Es herrscht eine sehr positive Stimmung im und um den Verein herum.“

Die Aufstiegsrunde


11. Januar, 20.00 Uhr
ERV Schweinfurt (Heimspiel/H)
13. Januar, 17.30 Uhr
EC Pfaffenhofen (Auswärts/A)
18. Januar, 20.00 Uhr
EHF Passau (A)
20. Januar, 18.00 Uhr
EV Pegnitz (H)
25. Januar, 19.30 Uhr
EV Moosburg (A)
27. Januar, 18.00 Uhr
EV Fürstenfeldbruck (H)
1. Februar, 20.00 Uhr
ESV Burgau 2000 (A)
8. Februar, 20.00 Uhr
ERV Schweinfurt (A)
10. Februar, 18.00 Uhr
EC Pfaffenhofen (H)
15. Februar, 20.00 Uhr
EHF Passau (H)
17. Februar, 17.30 Uhr
EV Pegnitz (A)
22. Februar, 20.00 Uhr
EV Moosburg (H)
24. Februar, 17.15 Uhr
EV Fürstenfeldbruck (A)
3. März, 18.00 Uhr
ESV Burgau 2000 (H)