Kunstturnen Ein Pfuhler gewinnt Gymixed in Ulm

Fliegender Ulmer: Matthias Mayer vom SSV 46 bot eine starke Leistung und verpasste nur knapp das Finale.
Fliegender Ulmer: Matthias Mayer vom SSV 46 bot eine starke Leistung und verpasste nur knapp das Finale. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Michelle Hänisch 18.12.2017
Am Ende triumphierte zwar ein Gästeduo, doch eine Lokalmatadorin wuchs über sich hinaus.

Was auch immer sich die 2000 turnbegeisterten Zuschauer bei der 29. Auflage des Gymixed in der Kuhberghalle am Samstagabend ausgemalt hatten, ihre Erwartungen wurden übertroffen. Auch wenn es am Ende nicht zu einem Heimsieg gereicht hatte, bestätigte die erst 16 Jahre junge Timea Flaig vom SSV Ulm 1846 zusammen mit ihrem Partner, der kein geringerer war als der ehemalige Nationalturner Helge Liebrich, mit dem zweiten Platz im Finale das erstklassige Leistungsniveau der Ulmer Bundesliga-Damen.

Ein Viertelpünktchen vorne

Ganz oben auf dem Treppchen stand schließlich Florian Reindl vom TSV Pfuhl gemeinsam mit seiner erst am Abend zugelosten Partnerin Elisa Kuen vom Heidenheimer SB. Knapper hätte die Entscheidung aber nicht ausgehen können. Alle vier Athleten entschieden sich im entscheidenden letzten Durchgang für den Sprung. Schon in den Vorrunden hatten sie an diesem Gerät überzeugt – setzten im Finale aber noch einen drauf.

Letzten Endes machten lediglich 0,25 Punkte den Unterschied aus: Das Team Kuen/Reindl holte sich mit 26,25 Punkten den Sieg der 29. Auflage des Gymixed, vor dem mit 26 Punkten zweitplatzierten Duo Flaig/Liebrich. Ein großes Ulmer Aufgebot gab es hingegen noch in der dritten der insgesamt vier Runden. Die beiden SSV-Turner Matthias Mayer und Laura Jurca (21,35 Punkte) verpassten um nur 0,10 Punkten den Einzug in den letzten Durchgang. Ebenfalls im „kleinen Finale“ Abschied nehmen musste die Ulmerin Evelyn Reisig mit Nationalturner Christian Dehm (20,9). Dabei ließen die regionalen Turner die Konkurrenten aus Holland, Frankreich oder Litauen weit hinter sich.

An diesem Abend kamen aber nicht nur die insgesamt 20 Turnerinnen und Turner ins Schwitzen – und das Publikum nicht aus dem Staunen. Denn beim Rahmenprogramm blieb dem Publikum nicht nur einmal die Spucke weg. Ob nun die Mini-Jellys aus Langenau mit ihrer aktuellen Choreographie „The Puzzle“ auf der Bühne standen, das Aerobic-Duo vom SSV Ulm 1846 die Menge mit sich riss, oder diverse Showgruppen wie die „Crazy Girls“ vom TSV Regglisweiler oder die Rock’n Roll Tänzer aus Laupheim für gute Unterhaltung sorgten: Sie alle brachten viel Abwechslung in den bunten Abend aus Sport und Show.

Athletische Akrobatinnen

Für einen absoluten Gänsehautmoment aber sorgten zwei Mädchen-Trios: Sowohl bei der Show der Rhythmischen Sportgymnastik der TSG Söflingen, als auch beim Auftritt des Akrobatik-Teams der TSV Friedberg musste sich der eine oder andere Besucher angesichts der Dehnbarkeit, Körperbeherrschung und Eleganz der Athletinnen seine Augen reiben, ob er gerade wirklich richtig sieht.

Fast dreieinhalb Stunden Turnspektakel war für die kleinsten Besucher aber noch nicht genug, und an Abbau erst recht nicht zu denken. Kaum war der Showwettkampf beendet und die großen Stars hatten die Bühne geräumt, übte sich der Nachwuchs fleißig an den Geräten – um einst selbst in die Fußstapfen der Gymixed-Teilnehmer treten zu können.

Simon Barth beendet seine sportliche Karriere

Emotional wurde das Gymixed, als es um Organisator Simon Barth ging: Der Turner des SSV Ulm 1846 wurde von seinen Vereinskollegen gemeinsam mit dem Präsidenten des Turngau Ulm von seiner aktiven Karriere verabschiedet. Mit sechs Jahren in der Schulliga als Turner gestartet, wollte Barth immer mehr, schaffte bereits im Alter von 15 den Sprung in das erste Herren-Team und entwickelte sich von Jungstar zum Kapitän und Motivator. 

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