Eishockey Der Traum von der Bayernliga

Sie sollen es richten: Das neu zusammengestellte Eishockey-Team des VfE Ulm/Neu-Ulm.
Sie sollen es richten: Das neu zusammengestellte Eishockey-Team des VfE Ulm/Neu-Ulm. © Foto: Markus Will
Ulm / Detlef Groninger 11.10.2018

Nach einer eher verkorksten Eishockey-Saison, schaltet ein personell runderneuerter Landesligist VfE Ulm/Neu-Ulm auf Angriffsmodus. Am Sonntag (18 Uhr) geht es im heimischen Eisstadion zum Auftakt gegen den EV Fürstenfeldbruck. Trainer Robert Linke, der in der letzten Spielzeit Martin Valenti abgelöst hatte, war erstmals vollumfänglich in die Personalplanungen eingebunden. „Von der Qualität der Mannschaft sollten wir die Zwischenrunde erreichen. Alles andere wäre eine Enttäuschung“, verkündet er und legt damit die Messlatte hoch an.

Nach dem Rückzug des TEV Miesbach II müssen die Ulmer Rang fünf von zehn Klubs schaffen, wollen sie in die Aufstiegsrunde.Hier stoßen die drei schwächsten  Bayernligisten hinzu. Diese acht Teams spielen dann nach dem 6. Januar 2019 drei Bayernliga-Plätze aus. „Wenn uns der Sprung nach oben wirklich gelingt, werden wir die Chance auch wahrnehmen“, betont Vorstandsmitglied Georg Meißner. Damit die Erwartungshaltung bei den Fans nicht gleich ins Unermessliche steigt, schwächt Linke etwas ab: „Es muss wirklich alles passen. Es ist aber kein großer Leistungsunterschied zwischen den Top-Landesligisten und den Bayernligavertretern“, ergänzt er.

Wobei die Langzeitperspektive der „Devils“ für attraktives Eishockey in der Bayernliga deutlich besser wären. „Diese Liga und der Standort Ulm mit der Universität sind für junge Spieler, die höherklassig noch nicht so zum Zug kommen, wesentlich attraktiver“, sagt Linke. Bei den Verstärkungen wurde hauptsächlich auf die junge Garde gesetzt. „Das ist unser Weg“, stellt Linke klar.

„Wir sind ein Verein der Spieler weiterentwickeln will. Und wir haben einen Trainer, der dieses Konzept mitträgt“, fügt Meißner hinzu. Damit spricht er dem neuen Klubvorsitzenden Michael Glaß, Professor für Informatik an der Uni Ulm, aus der Seele. „Wir suchen nicht den kurzfristigen Erfolg, sondern wollen uns das auch mit Kindern aus der Region langfristig erarbeiten“, sagt Glaß, der einst als Dauerkarteninhaber des DEL-Klubs Nürnberg Ice Tigers seiner Eishockey-Leidenschaft gefrönt hat. Seine beiden Söhne spielen inzwischen im Young Devils-Nachwuchs.

Im Gegensatz zu mancher Konkurrenz hat sich der VfE dem Abkommen der Bayernligaklubs angeschlossen, die nur zwei Ausländer pro Spiel einsetzen. Das sind beim VfE die Tschechen Dominik Synek und Petr Ceslik, im Frühjahr schon am bayerischen Pokalsieg beteiligt.

Finanzielle Kapriolen gibt es keine. Der Gesamtverein hat für eine Aktiven- und vier Jugendmannschaften einen Etat von 200 000 Euro. Dank der Vermarktung der Banden im Eisstadion werden wohl auch in dieser Saison schwarze Zahlen geschrieben (Gewinn 2017/2018: 4000 Euro).

Zu- und Abgänge zur neuen Saison

Kader Trainer Robert Linke kann bei den „Devils“ auf vier Torhüter, neun Verteidiger und zwölf Stürmer zurückgreifen. Neu dabei sind Sebastian Koberger (EV Lindau), Marius Dörner, Florian Döring und Peter Brückner (alle EV Bad Wörishofen), Jonathan Schalk, Tim Tenschert (beide ECDC Memmingen), Wolfgang Richter (ESC Kempten), Maximilian Güßbacher (HC Landsberg) und Matthias Ungemach (EV Ravensburg). Gegangen sind Fabio Valenti (Ravensburg), Joshua Eckmann (EHC Kreuzlingen), Gregor Schapke (ESV Türkheim) und Jonathan Jenne (unbekannt).

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