Biathlon Biathlon-Training bei minus 13 Grad

Sjusjoen/Ulm / Ute Gallbronner 29.11.2018

Im Dornstadter Biathlonzentrum sind die Schneekanonen aus der Garage geholt, allerdings nur, um die Anschlüsse zu warten und alles zu überprüfen. Zum Einsatz werden sie in absehbarer Zeit nicht kommen, dafür müsste schon einmal eine stabile Kälte und eine Unterlage aus Naturschnee her. Auch in den Alpen sieht es mau aus. Am Notschrei, dem höchsten Biathlon-Revier in Baden-Württemberg, gibt es eine Runde rund um den Schießstand. „Aber wir fahren nicht dreieinhalb Stunden hin, dreieinhalb zurück, um dann zwei Stunden trainieren zu können“, sagt der Ulmer Stützpunktleiter Werner Rösch. Dann wird lieber auf Skirollern am Pistenbully-Zentrum gelaufen.

Knappe 1700 Kilometer weiter nördlich hat es knackige minus 13 Grad. Dick vermummt sind die Landeskader-Athleten, darunter vier Sportlerinnen des DAV Ulm, im norwegischen Sjusjoen unterwegs. Der Schnee ist auch hier nicht gerade üppig, aber es geht. Schießen, Laufen, Kraftraum, dazwischen noch lernen und sogar Klassenarbeiten schreiben, auch mal abends zwischen 20 und 22 Uhr nach drei Trainingseinheiten. Die Schule darf nicht zu kurz kommen. Vor allem bei  Mareike und Sabrina Braun, die in diesem Schuljahr in Furtwangen ihr Abi­tur machen. Auch bei Lisa Kohler (Jugend 17) zählt jeder Punkt. Sie besucht am Anna-Essinger-Gymnasium die 11. Klasse.

Sabrina und Mareike Braun starten im Deutschland-Pokal und Alpencup. Mit guten Leistungen wollen sich die 18-Jährigen für die Jugend-WM empfehlen. Die Qualifikation ist bereits im Januar. Während Sabrina Braun eine gute Saison hatte, gilt es für Mareike wieder Vertrauen zu ihrem Körper zu bekommen, nachdem sie wegen Rückenproblemen die ganze Saison verpasst hat. „Beide haben die Chance“, sagt Werner Rösch. Vor allem läuferisch seien sie dabei, was die Testwettkämpfe zuletzt bewiesen haben. „Aber es wird viel auf das Schießen ankommen.“

Auch Lena Hanses wird zunächst im Deutschland-Pokal starten. Der sehr guten letzten Saison, die ihr einen Behördenplatz beim Zoll eingebracht hat, folgte ein mieser Sommer. Eine langwierige Nasennebenhöhlen-Geschichte wurde zunächst falsch behandelt und zog sich wochenlang hin. Die 19-Jährige konnte keinen Lehrgang mitmachen und hat damit den IBU-Junior-Cup verpasst.

„Ich probier jetzt nach meiner langen Krankheit wieder fit zu werden“, sagt Lena Hanses, die mit ihrer bayerischen Trainingsgruppe in Obertilliach (Osttirol) war. Auf Schnee wohlgemerkt. Inzwischen ist sie zurück in Garmisch. Mit guten Leistungen beim Deutschland-Pokal und Alpencup will sie sich für die Junioren-WM empfehlen. „Das alles muss man aber erst schauen. Es kommt darauf an, wie es mir körperlich geht“, sagt Lena Hanses.

Denn die Luft ist dünn in dieser Region, da die Athletinnen des Jahrgangs 1997 nun auch national nicht bei den Aktiven, sondern bei den Juniorinnen starten. Aktuell schöpft der DSV die sieben Plätze beim IBU Junior-Cup voll aus. Marina Sauter gehört nach den Leistungen der Vorsaison zu den Gesetzten. „Auch bei ihr wird es darauf ankommen, wie sie gesundheitlich durchkommt“, sagt Werner Rösch. Die 21-Jährige hat zuletzt am Notschrei trainiert und ist jetzt in Obertilliach, um sich mit dem C-Kader auf den IBU-Auftakt in Lenzerheide vorzubereiten. Gleich eine Woche später folgen die nächsten Wettkämpfe in Premanon.

Für den 19-jährigen Philipp Lipowitz gilt derselbe Fahrplan. Der „Österreicher“, der am Skigymnasium von Stams an seiner Matura arbeitet, ist einer von sechs deutschen Junioren, die gesetzt sind. Auch sein Ziel ist die Junioren-WM.

Die Höhepunkte der Saison

IBU-Junior-Cup Sechs Startplätze hat der Deutsche Ski-Verband im Weltcup, sechs im IBU-Cup und sieben bei den Junioren.

Junioren- und Jugend-WM  Bereits am 28. Januar geht es in Osrlblie los. Der DSV will 16 Athleten mitnehmen. Die Qualifikation ist beim Deutschland-Pokal in Ridnaun Mitte Januar. Die Jugendklassen werden sich aus den Jahrgängen 2000/01 rekrutieren.

Deutsche Meisterschaften In Kaltenbrunn finden im Februar die Jugend-Titelkämpfe statt. Sie zählen auch zur Wertung für den Deutschland-Pokal. Auftakt ist vom 14. bis 16. Dezember im Martelltal. Neben dieser nationalen Serie gibt es für die Jugendklassen auch noch den Alpencup.

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